Die neue schwarz-rote Stadtregierung in Neunkirchen ist seit gut 100 Tagen im Amt. Bürgermeister Peter Teix (ÖVP) und sein Vize Günther Kautz (SPÖ) präsentierten am Montag, 12. Oktober, ihre erste Bilanz. Die Zahlen können sich sehen lassen: In zwei Stadtrats- und zwei Gemeinderatssitzungen wurden 143 Beschlüsse gefasst, 137 davon einstimmig. Das entspricht rund 95 Prozent.
"Ein neuer Stil war notwendig", betont Teix. Statt politischer Grabenkämpfe setzt die Koalition auf Zusammenarbeit. Neue Arbeitskreise, in denen alle Fraktionen vertreten sind, sollen frische Ideen bringen. Auch regelmäßige Gespräche mit der Opposition gehören zum neuen Kurs.
Besonders beim Verkehr will die Stadt endlich vorankommen. Die seit Jahren diskutierte Ritterkreuzung beschäftigt die Politik weiterhin. Laut Vizebürgermeister Kautz sei man bei der Suche nach einer Lösung aber "so weit wie noch nie".
Gemeinsam mit dem Land wurde eine Studie beauftragt, die verschiedene Möglichkeiten für die problematische Kreuzung untersuchen soll. Auch das Mobilitätskonzept wird wieder vorangetrieben. Bereits kommende Woche soll der Fachbeirat erneut zusammentreten. Eine Präsentation für die Bevölkerung ist geplant. Weitere Baustellen sind die unfallträchtige Kreuzung B17/Triftweg und die noch fehlende 30er-Zone im Ortsteil Lerchenfeld.
Deutlich schärfere Töne schlägt Bürgermeister Teix beim Thema Hallenbad an. Die Finanzierung der Schwimmbäder sei für Gemeinden kaum noch alleine zu stemmen. Weil Schwimmenlernen im Lehrplan steht, müsse auch der Bund Verantwortung übernehmen.
Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Mürzzuschlag richtete Teix bereits im Mai einen offenen Brief an Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Eine Antwort blieb bisher aus, heißt es. "Ich bin maßlos enttäuscht vom Bundesminister", ärgert sich Teix. Er habe auf ein Gespräch auf Augenhöhe gehofft. Aufgeben will der Stadtchef jedenfalls nicht.
Auch finanziell stehen der Stadt schwierige Entscheidungen bevor. Finanzreferent Kautz arbeitet bereits am Budget für 2027. Dabei wird jeder Bereich auf mögliche Einsparungen überprüft.
Im Erholungszentrum soll künftig mit Hackschnitzeln statt Fernwärme geheizt werden. Auch bei Reinigungsleistungen wird nach Sparpotenzial gesucht. Beim Personal könnten frei werdende Stellen teilweise unbesetzt bleiben.
Gleichzeitig setzt die Stadt auf eigene Lehrlinge, die später offene Stellen übernehmen sollen. "Sie kennen unsere Gemeinde von der Pike auf", erklärt Kautz.
Neben den Sparmaßnahmen wurden auch andere Projekte auf Schiene gebracht. Die Musikschulverbände Neunkirchen und Schneebergland werden zum neuen Verband "Neunkirchen-Schneebergklang" zusammengeführt. Zahlreiche städtische Liegenschaften treten zudem einer Energiegemeinschaft bei.