Seit dem Wochenende ist nun endgültig fix: Der belgische Ardo-Konzern wird sein Tiefkühlgemüse-Produktionswerk in Groß-Enzersdorf zusperren. Finanzspritzen von Bund und Land lehnte Ardo ab.
Rund 500 bäuerliche Betriebe produzieren hauptsächlich im Marchfeld auf etwa 3.300 Hektar Gemüse für die Verarbeitung durch Ardo. Allein im Jahr 2025 wurden 40.000 Tonnen Rohware im Wert von 18,5 Mio. Euro geliefert.
Neben insgesamt rund 250 Arbeitsplätzen, die bei Ardo und im Umfeld des Werks auf dem Spiel stehen, droht eine über Jahrzehnte aufgebaute Wertschöpfungskette samt Know-how, Infrastruktur und Absatzmöglichkeiten verloren zu gehen.
Die Suche nach Alternativen und konkrete Gespräche mit potenziellen Kauf- und Übernahmeinteressenten seien laut Landwirtschaftskammer auf allen Ebenen voll angelaufen.
Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayr betont: "Eines ist klar: Wir lassen uns österreichisches Gemüse nicht einfach durch ausländische Ware ersetzen. Tiefkühlgemüse aus Österreich muss Zukunft haben, auch ohne Ardo."
Mayr zeigt sich schwer enttäuscht von der belgischen Tiefkühlgruppe: "Ardo hat jahrzehntelang von der Verlässlichkeit der Marchfelder Gemüsebauern profitiert und lässt jetzt rund 500 Betriebe mit den Folgen seiner Entscheidung zurück. Dass der Konzern mögliche Lösungen für den Weiterbetrieb blockiert, ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die über Generationen in diese Partnerschaft investiert haben. Ardo will offenbar verhindern, dass andere die Produktion weiterführen. Es entsteht der Eindruck, dass mögliche Konkurrenz ausgeschaltet werden soll."