Hinter den Kulissen wird offenbar intensiv an einem möglichen Ende des Konflikts mit dem Iran gearbeitet. Laut Medienberichten haben die USA Teheran einen umfassenden Plan zur Beilegung des Krieges übermittelt.
Wie die "New York Times" unter Berufung auf zwei Insider sowie der israelische Sender Channel 12 berichten, soll es sich um einen 15-Punkte-Plan handeln. Demnach fordern die USA unter anderem, dass die Atomanlagen in Natans, Isfahan und Fordow stillgelegt werden. Zudem soll die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus garantiert werden, während auf iranischem Staatsgebiet keine Urananreicherung mehr stattfinden darf.
Als Grundlage für Gespräche schlagen die USA laut den Berichten eine einmonatige Feuerpause vor. Offizielle Stellungnahmen aus Washington oder Teheran gab es dazu vorerst nicht.
Parallel dazu gab es Signale der Entspannung: Der Iran lockerte die Regeln für die strategisch wichtige Straße von Hormus. Laut der iranischen UNO-Vertretung dürfen Schiffe passieren, sofern sie nicht als feindlich gelten, keine militärischen Aktionen gegen den Iran unterstützen und sich an die Sicherheitsvorschriften halten sowie ihre Durchfahrt abstimmen.
Die Aussicht auf Gespräche zeigte auch unmittelbare Wirkung auf den Ölmarkt. Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Verhandlungen in Aussicht gestellt hatte, fiel der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent wieder unter die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Innerhalb weniger Minuten gab der Preis um knapp vier Prozent nach.
Trump erklärte dazu: "Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschließen." Zuvor hatte der Iran eine Verhandlungsbereitschaft noch bestritten, nach Trumps Aussagen blieb eine offizielle Reaktion aus Teheran zunächst aus.
Unterdessen blieb die Lage in der Region angespannt. In Kuwait schlugen Drohnen auf dem Gelände des internationalen Flughafens ein und trafen einen Treibstofftank. Ein Brand brach aus, verletzt wurde laut Behörden niemand, es entstand jedoch Sachschaden. Die Feuerwehr war im Einsatz.
Auch auf diplomatischer Ebene wird weiter versucht, eine Eskalation zu verhindern. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte am Dienstagabend erneut mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian und drängte auf eine Verhandlungslösung. Seit Beginn des Krieges ist es bereits das dritte Gespräch zwischen den beiden.
Dabei forderte Macron den Iran auch auf, die Rückkehr zweier französischer Staatsbürger zu ermöglichen, die seit längerer Zeit festgehalten werden und sich seit Monaten in der französischen Botschaft in Teheran aufhalten.