Am Wochenende haben Irans Streitkräfte zwei ballistische Raketen auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert ("Heute" hat berichtet). Die Insel liegt gut 4.000 Kilometer südöstlich vom Iran – und beide Geschosse verfehlten ihr Ziel.
Trotzdem ist der Angriff ein Alarmsignal: Offiziell beträgt die Reichweite iranischer Raketen nur 2.000 Kilometer. Doch der Beschuss auf die Militärbasis zeigt, dass Teheran über weitaus mächtigere Waffen verfügen könnte.
Wie NTV unter Berufung auf dpa berichtet, fordert Israels Premier Benjamin Netanjahu bereits, dass sich weitere Länder dem Krieg gegen den Iran anschließen. "Sie haben jetzt die Kapazität, tief nach Europa vorzudringen", warnte Netanjahu.
Eine Reichweite von 4.000 Kilometern würde europäische Städte wie Berlin, Rom, Warschau – und auch Wien – in den potenziellen Zielkorridor rücken. Doch Beobachter halten iranische Angriffe auf Europa für äußerst unwahrscheinlich.
Der Grund: Solange europäische Staaten nicht aktiv am Krieg beteiligt sind, besteht laut Experten keine Gefahr.
Iran verfolgt eine Militärdoktrin der äquivalenten Vergeltung nach dem Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn".
Der israelische Analyst Danny Citrinowicz erklärt die iranische Strategie so: "Was auch immer ihr uns antut, werden wir euch antun – und noch mehr."
Es handle sich nicht um willkürliche Vergeltung, sondern um gezielte Abschreckung, die darauf abzielt, Verhalten zu beeinflussen.