Die Lage am globalen Ölmarkt wird immer angespannter. Durch den Krieg im Nahen Osten ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt – eine der wichtigsten Öl-Routen weltweit. Normalerweise schippern hier rund 20 Prozent der globalen Ölversorgung durch, jetzt ist der Transport massiv eingebrochen.
Die Folgen spürst auch du direkt: Die Preise für Rohöl sind auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Noch stärker verteuern sich Diesel, Kerosin und Flüssiggas (LPG). Laut Internationaler Energieagentur (IEA) handelt es sich um die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des Ölmarkts.
Zwar haben mehrere Länder bereits reagiert und 400 Millionen Barrel Öl aus Notreserven freigegeben – so viel wie noch nie. Bei elf Millionen Barrel Rohöl, die derzeit täglich fehlen, reichen die verbleibenden IEA-Reserven gerade einmal für 120 bis 150 Tage.
Die IEA schlägt deshalb zehn konkrete Sofortmaßnahmen vor: Im Fokus steht der Verkehr, der rund 45 Prozent des Ölverbrauchs ausmacht. Homeoffice, niedrigere Tempolimits und mehr Öffis sollen den Verbrauch senken. Auch Fahrgemeinschaften und effizienteres Fahren könnten helfen.
Beim Flugverkehr heißt es: weniger fliegen, wenn Alternativen vorhanden sind. Beim Kochen soll Flüssiggas gezielt für Haushalte gesichert werden, während Industrie und Verkehr auf andere Energiequellen ausweichen sollen.
Auch Unternehmen sind gefragt. Sie könnten, wo das möglich ist, auf andere Rohstoffe umstellen. Gleichzeitig sollen Staaten gezielt jene unterstützen, die besonders unter den hohen Preisen leiden – statt breit Geld zu verteilen.