Ein besonders grausamer Fall sorgt derzeit in Vietnam für Aufsehen: Die Polizei hat zwölf Männer festgenommen, die beinahe 2.700 Katzen gestohlen und anschließend zum Schlachten für den menschlichen Verzehr abgegeben haben sollen.
Nach Angaben der Behörden gestanden die Verdächtigen die Taten. Ermittler stellten in Ho-Chi-Minh-Stadt unter anderem Tierfallen, Waagen und Maschinen sicher, mit denen das Fell der Tiere entfernt werden kann.
Die mutmaßlichen Katzenfänger waren demnach vor allem nachts unterwegs. In kleinen Gruppen sollen sie durch Wohngebiete gezogen sein und gezielt nach Tieren gesucht haben.
Laut staatlichen Medien arbeitete jedes Team mit vier bis zehn Tieren pro nächtlichem Beutezug. Die Katzen sollen anschließend für die weitere Verarbeitung weitergegeben worden sein.
Katzenfleisch wird in Vietnam Medienberichten zufolge zu einem Preis von rund 70.000 Dong pro Kilogramm verkauft – umgerechnet etwas mehr als 2,40 Euro.
Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf eine in Europa ungewöhnliche Praxis: Der Verzehr von Katzen- und Hundefleisch ist in Vietnam grundsätzlich legal. Entsprechende Gerichte werden in manchen Restaurants angeboten.
Allerdings gelten Regeln für den Handel. Verkäufer müssen etwa nachweisen können, woher die Tiere stammen.
Dass Katzen gezielt gestohlen werden, ist für die Polizei in Ho-Chi-Minh-Stadt kein völlig neues Phänomen. Bereits zu Jahresbeginn wurden dort 18 Menschen festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, unabhängig voneinander in zwei Gruppen Katzen gestohlen zu haben.
Der jüngste Fall zeigt damit erneut, wie lukrativ das Geschäft mit gestohlenen Haustieren offenbar für organisierte Gruppen sein kann.