"Verstörend"

Qualzucht! Vier Pfoten kritisiert Hundeausstellung

Bei der Hundeschau in Tulln will Vier Pfoten zahlreiche Qualzuchtmerkmale entdeckt haben – und kritisiert den ÖKV nun scharf.
Heute Tierisch
05.10.2026, 16:10
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Mehrere Tausend Hunde sorgten am Wochenende bei der Internationalen Hundeschau in Tulln für Aufsehen. Doch nicht alle Vierbeiner standen dabei wegen ihrer Schönheit im Mittelpunkt: Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten übt massive Kritik an der Veranstaltung.

Mitarbeiterinnen der Organisation waren vor Ort und berichten von zahlreichen Hunden mit Merkmalen, die ihrer Einschätzung nach mit gesundheitlichen Problemen verbunden sein können. Besonders häufig seien extrem kurze und flache Schnauzen aufgefallen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
„Was wir zu sehen bekamen, war wirklich verstörend.“

"Was wir zu sehen bekamen, war wirklich verstörend", sagt Vier-Pfoten-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. Darunter seien auch röchelnde Hunde mit "praktisch nicht existenten Schnauzen" gewesen.

Zu kurze Beine, Falten und Probleme mit den Augen

Laut Vier Pfoten beschränkten sich die beobachteten Merkmale allerdings nicht auf die Kopfform. Genannt werden auch extrem kurze oder gebogene Beine, fehlende beziehungsweise zu kurze Ruten und übermäßige Hautfalten.

Auch bei den Augen will die Organisation Auffälligkeiten gesehen haben. Demnach hätten sich bei zahlreichen Hunden Augenlider nicht vollständig schließen können oder seien nach innen gerollt gewesen.

Vier Pfoten stellt deshalb den Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) als Veranstalter infrage. Es sei "völlig unverständlich", dass Merkmale, die gesundheitliche Probleme verursachen könnten, bei einer Hundeschau gezeigt würden, so Weissenböck.

Tierschützer fordern klare Regeln

Unter Qualzucht versteht Vier Pfoten die gezielte Zucht körperlicher Merkmale oder erblich bedingter Defekte, obwohl diese Gesundheit, Wohlbefinden, Körperfunktionen oder natürliches Verhalten beeinträchtigen können.

Die Folgen träfen laut der Organisation nicht nur die Tiere. Auch Halterinnen und Halter könnten mit hohen Tierarztkosten und jahrelangem Leiden ihrer Tiere konfrontiert sein.

Blick richtet sich auf die World Dog Show

Vier Pfoten fordert nun die zuständige niederösterreichische Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz zum Handeln auf. Für Hundeausstellungen brauche es aus Sicht der Organisation klare und rechtlich verbindliche Kriterien.

Der Zeitpunkt ist brisant: Im Mai 2027 findet in Tulln die deutlich größere World Dog Show statt. Bis dahin müsse eindeutig geregelt sein, welche Hunde aufgrund von Qualzuchtmerkmalen nicht ausgestellt werden dürfen, fordert Weissenböck. "Wir werden auf jeden Fall ein Auge darauf haben und ganz sicher nicht lockerlassen", kündigt die Vier-Pfoten-Kampagnenleiterin an.

red,05.10.2026, 16:10
Weitere Storys