Kurioser Vorschlag

420 Kilometer – AMS schickt Linzer zu Job nach Tirol

Das AMS schickt einen Linzer zu einem Hausmeister-Job nach Tirol. Doch die Entfernung ist das Problem: Rund 420 Kilometer müsste er dafür zurücklegen.
Maxim Zdziarski
06.10.2026, 12:41
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Auf Jobsuche zu sein, kann manchmal kuriose Blüten treiben. Das erlebt derzeit "Heute"-Leser Andi* (Name von der Redaktion geändert*) aus Linz. Das AMS hat ihm mehrere Stellenangebote übermittelt – darunter einen Job als Hausmeister in einem Wellnessressort in Tirol.

Das Problem: Zwischen seinem Wohnort und dem möglichen Arbeitsplatz liegen rund 210 Kilometer pro Strecke. Hin und retour wären das täglich etwa 420 Kilometer.

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Für das AMS sind die Regeln in solchen Fällen klar definiert und orientieren sich an gesetzlichen Bestimmungen. Demnach ist es zumutbar, eine überregionale Beschäftigung anzubieten, wenn der Arbeitgeber ein Quartier bereitstellt.

Bewerbung ist nicht freiwillig

Andi kann das Angebot aber aufgrund der Anfahrt nicht einfach ignorieren. In dem Schreiben des AMS heißt es, er solle sich "sofort und so wie im Inserat beschrieben" bewerben.

Kommt es zu einem Vorstellungsgespräch, soll er das AMS-Schreiben mitnehmen und den potenziellen Arbeitgeber das Ergebnis auf dem Formular eintragen lassen. Über den Stand der Bewerbung muss das AMS innerhalb von acht Tagen informiert werden.

Sonst droht eine Sperre

Für Andi ist die Situation deshalb besonders unangenehm. Denn wer ein "zumutbares Stellenangebot des AMS" ohne triftigen Grund ablehnt oder durch sein Verhalten verhindert, dass es zu einer Anstellung kommt, kann mit einer Sperre des Arbeitslosengeldes beziehungsweise der Notstandshilfe bestraft werden.

Im konkreten Fall bedeutet das laut Andi: Bis zu sechs Wochen könnte er ohne AMS-Geld dastehen. Damit steht für ihn die Frage im Raum, wie sinnvoll eine Bewerbung für einen Arbeitsplatz ist, für den er täglich hunderte Kilometer pendeln müsste.

"Wie soll das funktionieren?"

Für Andi ist die Entfernung jedenfalls schwer nachvollziehbar. Er wohnt in Linz und sucht dort beziehungsweise in der näheren Umgebung nach einer Stelle als Maschinenbauer. Stattdessen soll er sich als Hausmeister in Tirol bewerben.

Der mögliche Arbeitsweg würde sich auf etwa 420 Kilometer pro Tag summieren. Bei einer klassischen Fünf-Tage-Woche wären das rund 2.100 Kilometer pro Woche. Bei den aktuellen Spritpreisen würde sich das höchstwahrscheinlich gar nicht mehr rentieren, die Stelle überhaupt anzunehmen. Die einzige Möglichkeit wäre es, das Mitarbeiterangebot vor Ort in Anspruch zu nehmen und ins Wellnessressort zu ziehen.

zdz,06.10.2026, 12:41
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