Wer bei der Arbeitnehmerveranlagung mit einer Gutschrift rechnet, muss heuer deutlich weniger Geduld haben. Die Finanzverwaltung hat die durchschnittliche Bearbeitungsdauer kräftig verkürzt.
Während Arbeitnehmerveranlagungen 2024 im Schnitt noch knapp 22 Tage dauerten, sind es mittlerweile nur noch rund 15 Tage. Damit wurde die Wartezeit um fast eine Woche reduziert. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wird die Arbeitnehmerveranlagung schneller abgeschlossen, kann auch eine daraus entstehende Steuergutschrift früher ausbezahlt werden.
Möglich wurde die Verkürzung laut Finanzministerium vor allem durch organisatorische Verbesserungen und eine bessere Verteilung der vorhandenen Kapazitäten. Arbeitsaufkommen und verfügbare Mitarbeiter werden laufend aufeinander abgestimmt.
Fälle können dadurch dort bearbeitet werden, wo gerade Kapazitäten frei sind. Unterschiedlich hohe Auslastungen sollen so besser ausgeglichen und Rückstände rascher abgearbeitet werden.
Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Der überwiegende Teil der Steuererklärungen wird bereits elektronisch eingebracht. Die Daten stehen damit unmittelbar zur Bearbeitung zur Verfügung.
Wie groß das Arbeitsaufkommen ist, zeigen aktuelle Zahlen: Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits rund 3,35 Millionen Arbeitnehmerveranlagungen erledigt.
Finanzminister Markus Marterbauer sieht in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz weiteres Potenzial. "Wir versuchen, die Verwaltung so effizient wie möglich gestalten. Das geschieht etwa durch den Einsatz von KI und Digitalisierung und die bessere Nutzung von Ressourcen", erklärt Marterbauer.
Auch Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl verweist auf den unmittelbaren Vorteil für Steuerzahler. Schnellere Bearbeitungszeiten würden dafür sorgen, dass Gutschriften früher ausbezahlt werden.
Eine weitere Änderung gibt es seit Jänner 2026 bei FinanzOnline. Nutzer können sich dort von einer Vertrauensperson aus ihrem privaten Umfeld vertreten lassen. Gedacht ist das Angebot vor allem für Menschen, die bei der Nutzung der Online-Dienste Unterstützung benötigen.
Die sogenannte unentgeltliche Vertretung wird bereits rege genutzt: Rund 30.000 Personen machen davon Gebrauch.
Für viele Steuerzahler bedeutet die neue Geschwindigkeit vor allem eines: Statt knapp drei Wochen heißt es im Schnitt nur noch rund zwei Wochen auf den Bescheid warten - und damit womöglich auch auf die ersehnte Gutschrift.