Chapter-11-Verfahren

Air Baltic pleite: Das müssen Reisende jetzt wissen

Air Baltic ist insolvent, fliegt aber weiter. Was das Chapter-11-Verfahren für Tickets, Rückerstattungen und neue Flüge bedeutet.
Heute Life
17.09.2026, 12:54
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Der Ukraine-Krieg, horrend gestiegene Kerosinpreise durch militärische Konflikte im Nahen Osten, unrentable Strecken – all das war am Ende zu viel für Air Baltic. Die lettische Fluggesellschaft, die auch als Partner der Lufthansa Group auftritt, ist insolvent und hat in den USA ein sogenanntes Chapter-11-Verfahren beantragt.

Flüge gehen vorerst normal weiter

Für Reisende gibt es jedoch zunächst keinen Grund zur Panik. Nach Angaben von Air Baltic wird der laufende Flugbetrieb fortgesetzt. Gebuchte Tickets und Reservierungen sollen weiterhin gültig bleiben. Auch der Kundenservice soll weiterarbeiten. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben weiterhin Rückerstattungen und Gutscheine bearbeiten. Gleiches gilt für Ansprüche rund um Gepäck und andere gebuchte Leistungen.

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Das US-Insolvenzgericht hat den Weiterbetrieb inzwischen zusätzlich abgesichert. Air Baltic darf unter dem Schutz des Chapter-11-Verfahrens weiterfliegen, neue Buchungen annehmen und unter anderem Gehälter sowie bestimmte Lieferantenrechnungen bezahlen, berichtet "aero.de".

Wer bereits einen Flug gebucht hat, muss deshalb nach aktuellem Stand nichts unternehmen. Einen generellen Grund, die Reise wegen des Insolvenzverfahrens zu stornieren, gibt es zudem derzeit nicht.

140 Millionen Euro für den Neustart

Die Airline steht finanziell unter Druck und hat umfangreiche Verpflichtungen gegenüber Gläubigern. Allein beim Triebwerkshersteller Pratt & Whitney soll Air Baltic laut "Aerotelegraph" rund 66,5 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 57,6 Millionen Euro, schulden.

Chapter 11 soll nun Zeit und finanziellen Spielraum verschaffen. Das Verfahren ermöglicht eine Sanierung, während das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb fortführt. Für die Airline wurde dafür eine Finanzierung über insgesamt 350 Millionen Euro vereinbart. Das zuständige Gericht hat zunächst den Zugriff auf 140 Millionen Euro freigegeben.

Lufthansa ist beteiligt – aber nicht am Steuer

Für österreichische und deutsche Fluggäste ist die Entwicklung auch deshalb interessant, weil Air Baltic eng mit der Lufthansa Group verbunden ist. Die lettische Airline ist ein Wetlease-Partner der Lufthansa. Dabei stellt Air Baltic Flugzeuge und Besatzungen bereit und führt damit Flüge im Auftrag des Konzerns durch.

Die Lufthansa Group hält zudem rund zehn Prozent an Air Baltic. Eine aktive Rolle bei der Sanierung übernimmt der deutsche Konzern nach den vorliegenden Angaben allerdings nicht. Sollte sich die Flotte verändern, könnte das dennoch Auswirkungen auf einzelne Lufthansa-Verbindungen haben.

Airline will fast ein Drittel der Jets loswerden

Genau hier könnte es für Reisende mittelfristig interessant werden. Air Baltic plant im Zuge der Sanierung, ihre Flotte deutlich zu verkleinern. Die Zahl der eingesetzten Airbus A220-300 soll von 54 auf 36 Maschinen sinken. Auch das Streckennetz soll gestrafft werden.

Für Passagiere bedeutet das: Auf einzelnen Routen könnten künftig Flüge wegfallen oder sich Flugpläne verändern. Welche Verbindungen konkret betroffen sein werden, ist derzeit noch nicht abschließend bekannt.

red,17.09.2026, 12:54