Nach Monaten der Unsicherheit ist die Zukunft der Praxisvolksschule (PVS) Krems-Mitterau gesichert. Wie bereits berichtet, hatten der geplante Verkauf des KPH-Areals, die unklare Eigentumssituation und die drohende Übersiedelung für Verunsicherung bei Eltern, Kindern und Lehrkräften gesorgt.
Insgesamt wären rund 200 Kinder betroffen gewesen. Stattdessen sind ab sofort Schuleinschreibungen für zwei erste Klassen mit jeweils rund 25 Schülern sowie eine Vorschulklasse mit 15 Kindern möglich.
Nach monatelangen Verhandlungen haben Land Niederösterreich, Stadt Krems, die Diözese St. Pölten und die Hochschulstiftung der Erzdiözese Wien eine gemeinsame Lösung präsentiert und einen "Letter of Intent" unterzeichnet.
Die vier Partner bekennen sich darin ausdrücklich dazu, die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Weiterführung des Schulbetriebs am bisherigen Standort sicherzustellen. Das Land Niederösterreich plant den Erwerb des Geländes und schafft damit die Grundlage sowohl für den Schulbetrieb als auch für ein großes Entwicklungsprojekt im Bereich Gesundheit, Pflege und Bildung, das auf frei werdenden Teilen des Areals entstehen soll.
Die Stadt Krems schreibt in einer Aussendung: "Nach monatelangen, intensiven Verhandlungen (...) ist es gelungen, den Fortbestand der Schule auch während der anstehenden Umbauarbeiten zu einer Pflege(hoch)schule mit angeschlossenem Pflegelehrheim langfristig abzusichern."
Die Diözese St. Pölten übernimmt währenddessen bauliche Maßnahmen, um den durchgehenden Betrieb zumindest bis zum Schuljahr 2027/28 zu gewährleisten. Die Stadt Krems sorgt über eine städtebauliche Vereinbarung dafür, dass alle planungsrechtlichen Grundlagen dauerhaft gesichert werden.
Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP) spricht von einer "tragfähigen Lösung", die "große Sicherheit" bringe. Bürgermeister Peter Molnar (SP) spricht von einem kleinen Weihnachtswunder, weil die Volksschule erhalten bleibt und gleichzeitig die Entwicklung einer modernen Pflege(hoch)schule ermöglicht wird.
Von Seiten der Schule selbst heißt es, die Entscheidung bringe "Stabilität, Zuversicht und die Fortsetzung der erfolgreichen pädagogischen Arbeit am Standort", so Volksschullehrerin Gabriele Kodym. Auch FP-Bildungsstadtrat Martin Zöhrer zeigt sich erleichtert. Ihm sei besonders wichtig gewesen, dass die "gewachsene Schulgemeinschaft nicht auseinandergerissen" werde und dass Anmeldungen für das kommende Schuljahr wieder "ruhigen Gewissens" möglich seien.
Mit Unterzeichnung des "Letters of Intent" starten nun die Detailplanungen für die räumliche Weiterentwicklung des Standortes sowie für das neue Gesundheits- und Pflegezentrum. Alle beteiligten Institutionen betonen, den Prozess weiterhin transparent und kooperativ fortzuführen. Damit ist klar: Die Praxisvolksschule Krems-Mitterau bleibt – und wird zugleich in ein umfassendes Zukunftsprojekt eingebettet.