Wer mehr arbeitet, steigt im kommenden Jahr wesentlich schlechter aus. Der Grund dafür ist die Abschaffung der kalten Progression, denn damit sinkt auch der Freibetrag für Überstundenzuschläge.
Mit dem Jahreswechsel sind dann nur noch die ersten 120 Euro bei maximal 10 Überstunden steuerfrei. Aktuell lag der Höchstbetrag immerhin bei 200 Euro für die ersten 18 Überstunden. Die Änderung ist auch im Regierungsprogramm der Koalition festgehalten. Heißt: Wer 2026 Mehrarbeit leistet, zahlt auch mehr Steuern – "Heute" berichtete.
Zu einer Verlängerung der aktuellen Regel dürfte es zudem nicht kommen. Das Finanzministerium von Markus Marterbauer (SPÖ) will an der Senkung festhalten und verweist neben dem Bekenntnis im Arbeitspakt der Koalition auf die marode budgetäre Lage. Immerhin würde die Beibehaltung der derzeitigen Obergrenze rund 120 Millionen Euro kosten, die dann in der Staatskasse fehlen würden.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnt nun aber: "Ja, wir müssen den Haushalt konsolidieren, aber sollten das nicht auf dem Rücken der Leistungsbereiten tun. Wachstum entsteht nicht durch Kürzungen, sondern durch Arbeit, Innovation und die richtigen Anreize. Wer den Wohlstand sichern will, darf Leistung nicht bestrafen, sondern muss sie ermöglichen."
Dabei erinnert der ÖVP-Minister: "Ein altes Sprichwort sagt: Ohne Fleiß kein Preis – das sollten wir uns wieder auf die Fahnen heften. Europameister beim Stundenabbau zu sein, ist kein Titel, auf den wir stolz sein sollten."
"Deshalb bekennen wir uns im Regierungsprogramm klar dazu, Überstunden steuerlich besser zu begünstigen: Wer mehr arbeitet, soll auch mehr davon haben – das ist die DNA eines leistungsfreundlichen Österreichs", verweist Hattmannsdorfer auf das Arbeitsprogramm der Dreierkoalition. Dieses sieht vor, dass ab 2027 die Überstunden bzw. Zuschläge "steuerlich begünstigt" werden.
Ferner betont der ÖVP-Politiker: "Es wäre fatal, den Menschen zu vermitteln, dass Leistung nichts mehr zählt. Wenn wir unseren Wohlstand erhalten und ausbauen wollen, müssen wir wieder stärker auf Fleiß, Einsatz und Eigenverantwortung setzen. Jede zusätzliche Stunde Leistung stärkt unsere Wirtschaft und ist ein Beitrag zum Comeback Österreichs", so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Immerhin haben sich die Überstunden seit 2008 nahezu halbiert. Gleichzeitig sinke auch noch das Stundenvolumen. Was es jetzt benötige, seien klare Leistungsanreize, stellt der Minister klar. Um dem entgegenzutreten, bleibt Hattmannsdorfer bei seiner Forderung, dass die aktuelle Regel auch für 2026 gilt.