Sorge um Natascha Kampusch

"Als wäre sie wieder in einer Art Gefangenschaft"

Nach einem Zusammenbruch macht sich die Familie große Sorgen um Natascha Kampusch. Ihre Schwester schildert nun den Zustand der 38-Jährigen.
André Wilding
13.03.2026, 11:59
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Die Familie von Natascha Kampusch schlägt Alarm. Nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch der 38-Jährigen ist die Sorge um die Österreicherin groß. In einem TV-Interview sprach ihre Schwester Claudia Nestelberger nun offen über die Situation.

Demnach habe sich Kampusch zuletzt stark verändert. "Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat - das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist oft in einer eigenen Welt. Es ist, als wäre sie wieder in einer Art Gefangenschaft. Das ist herzzerreißend, und wir fühlen uns hilflos", erklärte Nestelberger im ORF.

Die Familie wolle nun öffentlich über den Zustand von Kampusch informieren und schildern, wie es zu dieser Entwicklung gekommen sein könnte.

Auf dem Weg zur Schule entführt

Der Name Natascha Kampusch ist seit Jahrzehnten mit einem der bekanntesten Kriminalfälle Österreichs verbunden. 1998 wurde sie als Kind in Wien entführt. Am 2. März verschwand sie auf dem Weg zur Schule.

Ihr Entführer hielt sie in einem versteckten Raum eines Wohnhauses in Strasshof an der Nordbahn in Niederösterreich gefangen. Dort lebte Kampusch über Jahre in Gefangenschaft.

Erst am 23. August 2006 gelang ihr die spektakuläre Flucht, als ihr Entführer kurz unaufmerksam war. Noch am selben Tag beging Wolfgang Přiklopil Suizid, indem er sich auf Bahngleise begab.

Im öffentlichen Fokus

Auch nach ihrer Befreiung blieb Kampusch stark im öffentlichen Fokus. Viele Menschen zweifelten damals an ihrer Geschichte, hochrangige Staatsvertreter bezeichneten sie sogar als Lügnerin.

2010 veröffentlichte sie ihre Autobiografie "3096 Tage", in der sie ihre Erlebnisse während der Gefangenschaft und danach schilderte. Später wurde das Buch auch verfilmt.

Zeitweise engagierte sich Kampusch außerdem mit einer eigenen Initiative im Bereich Opferschutz, trat in den vergangenen Jahren jedoch nur noch selten öffentlich auf.

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