Der 8. Jänner, auch Severinstag genannt, ist seit Jahrhunderten fest im bäuerlichen Kalender verankert. Benannt ist er nach dem heiligen Severin von Noricum, einem Schutzpatron gegen Not und Kälte. In einer Zeit ohne Wetter-Apps und Satelliten war dieser Tag ein wichtiger Orientierungspunkt für Bauern, um Rückschlüsse auf den weiteren Winterverlauf zu ziehen.
Zur Bauernregel zum Tag des Severins gibt es viele Formulierungen, eine der bekanntesten Überlieferungen: "Wenn es dem Severin gefällt, bringt er mit die große Kält'." Mancherorts heißt es auch: "Ist's am Severin klar und rein, wird der Winter lange sein."
Damit ist klar, ist es am 8. Jänner sonnig und kalt, droht ein langer, strenger Winter. Trübes, mildes Wetter hingegen galt als Zeichen dafür, dass die kalte Jahreszeit bald an Kraft verliert.
Der Severinstag liegt meteorologisch in einer sensiblen Phase des Winters. Um diese Zeit entscheidet sich häufig, ob sich stabile Hochdrucklagen mit Kälte festsetzen oder ob mildere Luftmassen den Winter abschwächen. Früher beobachteten Bauern genau solche Tage, um Saatgut, Viehhaltung und Holzvorräte zu planen.
Auch wenn moderne Meteorologen Bauernregeln kritisch sehen, basieren viele von ihnen auf jahrhundertelangen Beobachtungen. Sie sind keine exakten Prognosen, sondern verdichtete Erfahrungswerte. Interessant: Einige Studien zeigen, dass bestimmte Regeln statistisch häufiger zutreffen, als man erwarten würde – besonders jene, die sich auf Großwetterlagen im Winter beziehen.
Heutzutage haben Bauernregeln allerdings vor allem kulturellen und historischen Wert. Sie erinnern an eine Zeit, in der der Mensch viel stärker vom Rhythmus der Natur abhängig war. Dennoch sorgen sie jedes Jahr für Neugier – und für Gespräche, wenn der Severinstag besonders sonnig oder besonders grau ausfällt.