Arbeitslosigkeit steigt

AMS eröffnet Frauen neue Chancen auf gut bezahlte Jobs

Immer mehr Frauen in Niederösterreich sind arbeitslos. Das AMS will gegensteuern und ermöglicht Ausbildungen in rund 200 Berufen.
24.10.2026, 18:00
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Die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich steigt – besonders Frauen bekommen die angespannte Lage am Arbeitsmarkt zu spüren. Ende September waren 22.511 Frauen ohne Job, ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Männern fiel der Anstieg mit 4,4 Prozent deutlich geringer aus.

Besonders hart trifft es Frauen über 50 Jahre. In dieser Altersgruppe stieg die Arbeitslosigkeit sogar um 14,3 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem das steigende Pensionsantrittsalter und die schwierige wirtschaftliche Situation im Handel.

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AMS lockt mit 200 verschiedenen Lehrberufen

Doch es gibt auch neue Chancen. Das Arbeitsmarktservice Niederösterreich will Frauen verstärkt für Berufe begeistern, in denen bisher überwiegend Männer arbeiten. Mit dem Programm "Frauen in Handwerk und Technik" (FiT) können Jobsuchende eine neue Ausbildung beginnen und sich beruflich völlig neu orientieren. Rund 200 Lehrberufe stehen zur Auswahl. Voraussetzung: Der Frauenanteil im jeweiligen Beruf darf höchstens 40 Prozent betragen.

Wie groß das Interesse ist, zeigte sich am 22. Oktober im Zentral Kino in Wiener Neustadt. Dort veranstaltete das AMS gemeinsam mit der ZIB Training GmbH ein Netzwerktreffen samt Jobmesse. Frauen konnten direkt mit Unternehmen in Kontakt treten und sich über ihre beruflichen Möglichkeiten informieren.

"Wenn Frauen neue berufliche Wege einschlagen, gewinnen alle: die Frauen selbst, die Betriebe und der Arbeitsmarkt", erklärt AMS-NÖ-Chefin Sandra Kern.

80 Prozent finden rasch einen Job

Die Ausbildung läuft in mehreren Schritten ab. Zunächst werden die vorhandenen Fähigkeiten überprüft, danach folgt eine Grundausbildung. Anschließend können die Teilnehmerinnen einen Lehrabschluss erwerben – entweder direkt in einem Betrieb oder in einem Ausbildungszentrum. Und die Chancen stehen gut: Rund 80 Prozent der Absolventinnen finden innerhalb von nur drei Monaten nach Ausbildungsende einen Arbeitsplatz.

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Seit dem Start des Programms im Jahr 2006 wurden in Niederösterreich bereits 16.906 Frauen über ihre Möglichkeiten informiert. 4.725 schafften einen Lehrabschluss oder eine höhere Qualifikation. Allein 2025 nahmen 265 Frauen erfolgreich am Programm teil.

AMS nimmt 9,2 Millionen Euro in die Hand

Für das Ausbildungsjahr 2026/27 stellt das AMS Niederösterreich rund 9,2 Millionen Euro bereit. Damit sollen etwa 1.150 Frauen in speziellen Ausbildungszentren sowie knapp 300 weitere durch gezielte Qualifizierungen unterstützt werden. "Unser Ziel ist es, Frauen zu ermutigen, neue berufliche Wege einzuschlagen, und sie dabei bestmöglich zu begleiten", betont Kern.

Der Hintergrund ist ernst: Laut Statistik Austria könnte die Zahl der Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 64 Jahren in Niederösterreich bis 2050 um rund 56.000 sinken. Für Frauen ohne Job könnte eine Ausbildung in Handwerk oder Technik damit zur großen Chance werden – und für Betriebe zur dringend benötigten Verstärkung.

VF, 24.10.2026, 18:00
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