Ein internationaler Drogenschmuggel ist in Niederösterreich aufgeflogen! Ermittler stellten insgesamt 200 Kilogramm Cannabiskraut im Wert von rund zwei Millionen Euro sicher. Zwei Männer wurden bei der Übergabe der Drogen festgenommen. Besonders kurios: Auch sechs Kilogramm vermeintliches Kokain waren an Bord. Doch dabei handelte es sich um eine Fälschung.
Bereits am 12. Juli 2026 hatte das Bundeskriminalamt einen internationalen Hinweis erhalten. Ein bulgarischer Sattel-Lkw sollte eine riesige Menge Drogen von Spanien nach Österreich transportieren. Als Ziel war Tribuswinkel im Bezirk Baden vorgesehen.
Am Morgen des 13. Juli entdeckten Ermittler den verdächtigen Lkw bei der Einreise aus Slowenien am Grenzübergang Spielfeld. Die Polizei ließ den Fahrer zunächst weiterfahren und observierte das Fahrzeug bis zum Abladeort in Traiskirchen.
Dort schlugen die Einsatzkräfte zu: Sie beobachteten, wie der Lkw-Fahrer einen Teil der geschmuggelten Drogen entlud und an einen Abholer übergab. Spezialkräfte nahmen beide Männer noch während der Übergabe fest.
Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 58-jährigen Bulgaren, der den Lkw lenkte, und einen 30-jährigen Slowenen mit Wohnsitz in Wien. Letzterer sollte die Drogen laut Polizei für eine international agierende Tätergruppe übernehmen. Beide Männer zeigten sich bei den Einvernahmen teilweise geständig. Sie wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.
Bei der Durchsuchung des Sattelzuges machten die Ermittler schließlich den großen Fund: Insgesamt 200 Kilogramm Cannabiskraut waren an Bord.
Davon waren 100 Kilogramm für den Abnehmer in Tribuswinkel bestimmt. Weitere 100 Kilogramm waren im Sattelauflieger versteckt und sollten nach der Übergabe weiter nach Griechenland transportiert werden. Den Marktwert der sichergestellten Cannabis-Menge beziffert die Polizei auf rund zwei Millionen Euro.
Eine überraschende Wendung gab es bei den ebenfalls sichergestellten sechs Kilogramm vermeintlichen Kokains. Chemische Untersuchungen ergaben, dass es sich gar nicht um echtes Kokain handelte.
Stattdessen war die Substanz ein wirkstofffreies Duplikat. Während die Polizei somit Cannabis im Millionenwert aus dem Verkehr zog, entpuppten sich die sechs Kilo angebliches Kokain als Fake-Drogen.