Es ist eines der meistdiskutierten Projekte der deutschen Creator-Szene: Vor rund einem Jahr kündigte Anne Wünsche als Erste eine Content-Villa auf Mallorca an. Dann zog "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Steff Jerkel mit einem ähnlichen Konzept nach – und stahl ihr die Show. Jetzt setzt Wünsche ein eigenes Zeichen: Noch in diesem Jahr plant sie ihr erstes "Creator Weekend" auf der Insel – als reines Frauen-Projekt. Im Interview spricht sie über geklaute Ideen, ihren Anspruch an ein sicheres Umfeld für Creatorinnen und darüber, warum Steff Jerkel für sie keine Konkurrenz ist.
Nein. Menschlich fand ich es damals natürlich nicht besonders fair, aber so läuft das im Business. Die Grundidee hatte ich selbst auch nicht erfunden – inspiriert wurde ich von Sophie Rain, einer der erfolgreichsten OnlyFans-Creatorinnen der USA. Wer schneller handelt, hat am Ende eben oft die Nase vorn. Ich habe mich damals dann bewusst zurückgezogen und das Ganze beobachtet. So konnte ich sehen, was funktioniert und welche Fehler gemacht wurden. Daraus konnte ich lernen und mein eigenes Konzept weiterentwickeln. Was mich eher gestört hat: Für mich wirkte es so, als würde jemand von außen vor allem das wirtschaftliche Potenzial sehen, ohne wirklich aus der Branche zu kommen. Davon gibt es leider schon genug.
Mag sein, dass er seine persönliche Note oder weitere kleine Ideen eingebracht hat. Aber das große Gesamtkonzept war schon das, was ich vorher öffentlich preisgegeben hatte.
Soll ich ehrlich sein? Steff Jerkel ist für mich keine Konkurrenz. Ich bin ein aktives Model und gebe seit Jahren Vollgas – er sieht nur die Kohle und die Aufmerksamkeit, die er mit Girls verdienen kann. Wir sind nicht gleich. Er hat viele Fehler gemacht, weshalb es auch nicht funktionieren konnte – dafür bedanke ich mich, denn vermutlich hätte ich sonst einige Fehler selbst durchleben müssen. Jetzt kann ich daraus lernen und es besser machen. Grüße an Steff.
Die genauen Details behalte ich aus guten Gründen noch für mich. Aber: Etwas Ähnliches hatten wir bereits umgesetzt, das sehr gut funktioniert hat. Es wird wohl in Richtung Herbst stattfinden. Und wenn es wieder jemanden gibt, der früher starten will: Let's go!
Natürlich muss ein Steff ein Model dazuholen, um das Konzept erfolgreich zu "verkaufen". Ich bin selbst erfolgreiches OnlyFans und BestFans-Model und habe ausreichend Erfahrung und Reichweite. Da brauche ich keine große Person an meiner Seite. Mein Konzept hat sich natürlich etwas geändert – aber ich werde es diesmal nicht zu früh droppen.
Ich bin selbst eine Frau, die erotischen Content für BestFans und OnlyFans erstellt und verkauft. Ich weiß, wie es ist, wenn Frauen mal nicht abliefern können, weil Hormone im Weg stehen, wegen emotionaler Schwankungen, der Periode oder anderer Probleme. Das kann kein Mann zu 100 Prozent verstehen, weil er nun einmal ein Mann ist und vor allem das Geld sieht, das verdient werden muss. Ich gehe viel sanfter, verständnisvoller und menschlicher mit den Girls um. Wir sind ein Team und kein Produkt.
Nein. Das macht das ganze Bild und vor allem die Wohlfühl-Atmosphäre kaputt. Es soll kein Puff werden, sondern ein Haus, in dem man sich sicher und verstanden fühlt, viel lernen kann und im Mindset stärker wird. Bei mir gibt es keine Männer.
Nachdem Steff sein Konzept und seine Villa gedroppt hat, habe ich mein Projekt erst einmal symbolisch in eine Kiste gepackt und gut verstaut. Wir haben aufgehört, nach einer passenden Location zu suchen, und konzentrieren uns jetzt darauf, etwas noch Geileres auf die Beine zu stellen. Auch dafür noch einmal ein großes Danke an seine Fehler.
Das kann ich noch nicht genau droppen, aber wir werden es definitiv anders machen. Die Idee an sich war gut – sonst gäbe es so etwas nicht schon überall auf der Welt –, aber das Marketing war schlecht. Und es ist auch nicht clever, so ein sensibles Projekt aufzubauen, wenn man öffentlich eher als frauenfeindlich gilt. Schwierige Situation.
Ich möchte gar keinen Konkurrenzkampf, weil Steff für mich einfach keine Konkurrenz ist. Ich achte auf mich und auf meine Ideen. Alles andere ist Zeitverschwendung und bringt mich aus dem Fokus. Ich möchte mit einem Steff nichts zu tun haben – ich finde ihn auch unsympathisch.
Tipps für Steff? Ja, klar! Such dir ein Business, das zu dir passt. OnlyFans ist es sicher nicht.