Apple legt kräftig nach! Der US-Technologiekonzern hat am Dienstag gleich mehrere neue Geräte für das vernetzte Zuhause vorgestellt. Mit dabei sind ein intelligenter Bildschirm, ein neuer HomePod mini, eine deutlich leistungsfähigere Version von Apple TV 4K sowie zahlreiche Geräte zur Steuerung und Überwachung der eigenen vier Wände.
Im Mittelpunkt steht die neue künstliche Intelligenz Siri AI. Sie soll deutlich mehr verstehen, persönliche Informationen berücksichtigen und den Alltag erleichtern. Allerdings gibt es für Kunden in Europa und damit auch in Österreich einen gewaltigen Haken: Viele der Neuheiten werden hierzulande vorerst nicht zu kaufen sein, weil sich die EU-Kommission querlegt.
Die wohl spannendste Neuvorstellung ist der Apple HomeView. Dabei handelt es sich um einen intelligenten Bildschirm mit sieben Zoll (17,8 Zentimeter) Diagonale, der auf einem Lautsprecher-Fuß steht oder direkt an der Wand montiert werden kann.
Das Gerät soll zur zentralen Steuerung des gesamten Haushalts werden. User können damit Musik hören, über FaceTime telefonieren, Nachrichten lesen, Termine überprüfen oder die Beleuchtung und Heizung steuern.
Besonders interessant ist die Gesichtserkennung. HomeView erkennt bis zu sechs verschiedene Personen und passt die angezeigten Inhalte automatisch an. Sobald jemand vor dem Bildschirm steht, erscheinen die persönlichen Nachrichten, Termine oder Erinnerungen. Die Daten anderer Familienmitglieder bleiben geschützt.
Auch als digitaler Bilderrahmen oder zur Steuerung von Sicherheitskameras lässt sich HomeView verwenden. Insgesamt können neun Kamerabilder gleichzeitig angezeigt werden. In den USA kostet das Gerät 299 Dollar. Umgerechnet auf unsere Gemeinschaftswährung und inklusive Steuern wäre das hierzulande rund 320 Euro. Verkaufsstart ist der 13. November.
Die Enttäuschung folgt auf den Fuß: Laut Apple wird HomeView in der Europäischen Union nicht zum Verkauf angeboten, "da Siri AI unter iOS in der EU derzeit nicht verfügbar ist". Man arbeite "konstruktiv mit der EU zusammen, um eine Lösung zu finden", so der iPhone-Riese.
Auch beim kleinen Smart-Lautsprecher gibt es eine Neuauflage. Der HomePod mini 2 bekommt einen leistungsfähigeren S10-Chip und soll dadurch einen noch besseren Klang liefern.
Neu ist außerdem die Funktion "Sound Glow". Dabei leuchtet die Oberseite des Lautsprechers passend zur Musik und reagiert auf Bässe und Höhen.
Der HomePod mini 2 erscheint in fünf Farben: Pink, Grün, Blau, Weiß und Mitternacht. Besonders spannend wird die Verbindung mit dem neuen Apple TV 4K. Erstmals können vier HomePod-Lautsprecher gemeinsam für Raumklang beim Fernsehen sorgen.
Der neue HomePod mini 2 ist ab sofort auch bei uns um 169 Euro vorbestellbar. Tatsächlich im Handel erhältlich ist er dann ab dem 30. Oktober.
Auch die Fernsehbox von Apple wird technisch aufgerüstet. Im neuen Apple TV 4K steckt der A19-Chip, der gegenüber dem Vorgänger eine um bis zu 50 Prozent höhere Prozessorleistung und eine doppelt so hohe Grafikleistung bieten soll. Damit sollen Anwendungen schneller starten, Spiele flüssiger laufen und die Bedienung insgesamt flotter werden.
Eine weitere Neuerung sind drei eingebaute Mikrofone. Dadurch lässt sich Apple TV künftig ohne Fernbedienung per Sprache steuern. Selbst während eines Films soll Siri die Stimme des Nutzers zuverlässig erkennen können.
Mit Siri können Zuschauer außerdem nach bestimmten Filmen suchen, Fragen zu Schauspielern stellen oder sich passende Serien empfehlen lassen. Praktisch ist auch die neue Fernbedienung. Wird sie verlegt, lässt sie sich mit der Apple-Suchfunktion aufspüren. Sie kann sogar einen Ton abspielen, damit man sie schneller findet.
Das neue Modell ist ab sofort um 349 Euro vorbestellbar. Zu haben ist die nächste Generation des Apple TV 4K ab dem 13. November.
Mit der neuen "Apple Home Collection" steigt der Konzern außerdem stärker in den Markt für intelligente Smart-Home-Geräte ein. Gemeinsam mit LG Electronics und Schneider Electric wurden mehrere neue Produkte entwickelt.
Dazu gehören Überwachungskameras für Innen- und Außenbereiche, eine Videotürklingel, intelligente Türschlösser sowie Thermostate und Temperatursensoren.
Besonders spannend ist das Türschloss von LG. Es erkennt, wenn sich der Besitzer mit einem kompatiblen iPhone oder einer Apple Watch nähert, und kann die Tür automatisch entriegeln.
Auch die Kameras bieten ungewöhnliche Funktionen. So kann die Innenkamera automatisch nach unten schwenken und die Überwachung beenden, sobald das erste Familienmitglied nach Hause kommt.
Die Kameras erkennen außerdem Personen, Haustiere, Fahrzeuge und Pakete. Aufnahmen werden verschlüsselt gespeichert. Für die Speicherung von Kameraereignissen in iCloud ist allerdings ein entsprechendes kostenpflichtiges iCloud+-Abo notwendig.
Auch beim Heizen will Apple den Alltag vereinfachen. Die neuen Thermostate von LG und Schneider Electric können die Temperatur automatisch anpassen. Beispiel: Verlässt das letzte Familienmitglied das Haus, wird die Heizung entsprechend geregelt. Vor der Rückkehr kann die Temperatur wieder angepasst werden.
Sämtliche Geräte lassen sich über die Apple-Home-App bedienen. Zusätzliche Anwendungen oder eigene Benutzerkonten bei den Herstellern sollen nicht notwendig sein.
Die Apple Home Collection wird ab Dezember online und in den Apple-Stores vertrieben, ausgewähltes Zubehör soll Anfang 2027 folgen. Allein: Vorerst werden die neuen Geräte nur in den USA und Kanada sowie fallweise in Großbritannien vertrieben.