Chaos auf Europas Flughäfen

Bis zu 5 Stunden Wartezeit! Alarm an den EU-Grenzen

Das neue EU-Grenzsystem sorgt mit superlangen Wartezeiten weiter für Chaos auf Flughäfen. Einmal mehr wird das Einschreiten der EU gefordert.
13.10.2026, 15:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Lange Warteschlangen, verpasste Flüge und genervte Passagiere: Das neue europäische Ein- und Ausreisesystem (EES) sorgt weiterhin für massive Probleme an den Grenzen des Schengen-Raums. Fast sechs Monate nach der vollständigen Einführung ist von einer Entspannung keine Spur.

Die europäischen Flughafen- und Fluglinienverbände ACI EUROPE und Airlines for Europe (A4E) schlagen jetzt Alarm. In einer aktuellen gemeinsamen Aussendung warnen sie vor anhaltend chaotischen Zuständen bei den Grenzkontrollen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bis zu fünf Stunden Wartezeit

Besonders heftig: In extremen Fällen müssen Reisende zu Stoßzeiten bis zu fünf Stunden auf ihre Grenzkontrolle warten. Zusätzlich seien Wartezeiten von mehr als zwei Stunden laut den Verbänden weiterhin die Regel.

Die Folgen sind jedenfalls gravierend. Passagiere verpassen ihre Flüge oder Anschlussverbindungen, Flughafenterminals sind überfüllt. Gleichzeitig stehen Grenzpolizisten sowie das Personal von Flughäfen und Fluglinien unter enormem Druck.

Das steckt hinter dem Grenz-Chaos

Verantwortlich für die Probleme sind, so ACI und A4E, mehrere Schwachstellen. So fehlt es vielerorts an ausreichend Personal für die Grenzkontrollen. Dazu kommen instabile EES-Computersysteme sowie der noch immer begrenzte Einsatz von Selbstbedienungskiosken und automatisierten Grenzkontrollsystemen.

Auch die EU-App "Travel to Europe", mit der sich Reisende bereits vor ihrer Ankunft registrieren könnten, wird nach Ansicht der Verbände wegen eingeschränkter Funktionen und begrenzter Verbreitung bisher nicht ausreichend eingesetzt. Dabei sollte das neue Grenzsystem eigentlich insgesamt für schnellere Kontrollen sorgen.

Verbände stellen sechs Forderungen

Jetzt fordern der Airport- und Airline-Verband die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten zum sofortigen Handeln auf. Ein Sechs-Punkte-Plan soll die Situation entschärfen.

Konkret verlangen die Verbände, doppelte Überprüfungen abzuschaffen und die Kontrolle biometrischer Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder zu optimieren. Auch doppelte Einträge von Reisenden im System sollen verhindert werden.

Zusätzlich sollten die "Travel to Europe"-App überarbeitet sowie modernisiert und automatische Grenzkontrollen für Reisende aus Nicht-EU-Staaten ausgebaut werden.

Und, die weitreichendste Forderung: Bei übermäßig langen Wartezeiten soll die biometrische Erfassung per EES vorübergehend teilweise ausgesetzt werden können. Diese Möglichkeit soll dauerhaft gesetzlich verankert werden.

"Das sind keine Kinderkrankheiten mehr"

Die Schwierigkeiten seien längst keine anfänglichen Kinderkrankheiten mehr, üben ACI-EUROPE-Chef Olivier Jankovec und A4E-Geschäftsführerin Ourania Georgoutsakou massive Kritik an den Missständen.

Es könne nicht sein, dass Passagiere, Flughäfen und Fluglinien weiterhin den Preis für vermeidbare Störungen zahlen müssten. Zwar habe das neue System die Sicherheit an Europas Außengrenzen verbessert – ein klarer Erfolg, das Versprechen schnellerer und einfacherer Reisen sei jedoch bisher nicht eingelöst worden. Die beiden Verbände verlangen deshalb rasche und grundlegende Änderungen.

Probleme auch für EU-Bürger

Das Entry/Exit-System (EES) ist seit dem 10. April 2026 vollständig in Betrieb. Es erfasst die Ein- und Ausreise von Drittstaatsangehörigen, die sich für einen Kurzaufenthalt im Schengen-Raum aufhalten. Statt eines Stempels im Reisepass werden persönliche Daten, Gesichtsbilder und Fingerabdrücke elektronisch gespeichert.

Österreichische Staatsbürger sind von der Registrierung zwar nicht betroffen. Wer allerdings aus einem Nicht-Schengen-Land zurückfliegt, muss, sofern dieselben Terminals und Kontrollbereiche passiert werden, mit längeren Wartezeiten und Staus rechnen.

tmw, Akt. 13.10.2026, 15:07, 13.10.2026, 15:00
Weitere Storys