Der steirische Leiterplatten- und Substrathersteller AT&S erweitert seine Zusammenarbeit mit dem US-Halbleiterunternehmen Marvell Technology. Die langfristige Vereinbarung soll zusätzliche Produktionskapazitäten für moderne IC-Substrate sichern, die in KI- und Cloud-Rechenzentren benötigt werden.
Marvell ist jener zusätzliche Kunde, den AT&S bereits im Zusammenhang mit dem Ausbau seines Standorts im malaysischen Kulim angekündigt hatte. Dort will AT&S Werk 2 vollständig ausstatten und eine neue Produktionsanlage für IC-Substrat-Kerne und sogenanntes Advanced Packaging errichten.
Langfristige Kundenvereinbarungen sollen die Investitionen absichern und dem Unternehmen mehr Planungssicherheit geben. Finanzielle Details der neuen Vereinbarung wurden in der Mitteilung nicht genannt. Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Rechenleistung für künstliche Intelligenz.
Moderne Halbleiter werden zunehmend komplexer und setzen häufiger auf sogenannte Chiplets. Dabei werden mehrere spezialisierte Chipbausteine zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem verbunden. Dafür sind hochentwickelte IC-Substrate nötig, die die einzelnen Komponenten miteinander verbinden.
"Die erweiterte Zusammenarbeit mit AT&S stärkt die Basis unserer Lieferkette", sagt Vinay Krishna, Senior Vice President und Chief Supply Chain Officer bei Marvell Technology. AT&S-Chef Michael Mertin sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt, um vom weltweiten Ausbau der Datenzentren zu profitieren.
Finanzchef Gerrit Steen betont, dass langfristige Kundenvereinbarungen das Wachstum ermöglichen sollen, ohne die finanzielle Flexibilität des Unternehmens aus den Augen zu verlieren. AT&S mit Hauptsitz in Leoben produziert IC-Substrate und Leiterplatten für unter anderem KI-Infrastruktur, Hochleistungsrechner, Mobilgeräte und die Automobilindustrie.