Das Fahren mit E-Scootern und E-Bikes boomt seit einigen Jahren, wobei die Verletzungen nach Unfällen oft schwerwiegender sind als bei Unfällen mit Fahrrädern. Gründe sind etwa das höhere Tempo, eine andere Beschleunigung, mehr Gewicht bei E-Bikes oder kleinere Reifen bei E-Scootern. Im Vorjahr mussten 7.500 Menschen nach E-Scooter- und fast 10.000 nach E-Bike-Unfällen in Österreichs Spitälern behandelt werden. Sieben Menschen starben mit E-Scootern, 20 Personen mit E-Bikes.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) fordert daher eine Helmpflicht beim Fahren mit E-Bikes und E-Scootern. Denn Helme schützen Menschenleben. Bis zu 10.000 Schädel-Hirn-Verletzungen können dadurch in den nächsten 10 Jahren verhindert werden, wie das KFV errechnet hat.
Das Verkehrsministerium von Peter Hanke (SPÖ) reagiert und will dem nachkommen. Gesetzesentwürfe sollen in Arbeit gehen. Neben der Verbannung der E-Mopeds von Radwegen soll auch eine Helmpflicht kommen – für die E-Mopeds, E-Bikes und E-Scooter.
Schädel-Hirn-Verletzungen am häufigsten
Laut KFV-Erhebungen im Jahr 2025 tragen beim E-Bike-Fahren erst 67 Prozent einen Helm und beim E-Scooter-Fahren sogar erst zehn Prozent. Dabei ist das Risiko für Schädel-Hirn-Verletzungen beim E-Bike-Fahren ohne Helm 6,4-mal höher als mit Helm, wie das KFV berechnet hat. Würden alle E-Bike-Fahrenden konsequent einen Helm tragen, könnten pro Jahr 410 Schädel-Hirn-Verletzungen verhindert werden. Bei den E-Scooter-Fahrenden wären es 560. In Summe lassen sich also fast 1.000 schwere Kopfverletzungen pro Jahr vermeiden.
Das KFV empfiehlt bereits jetzt, niemals ohne Helm zu fahren. Das schützt nicht nur das eigene Leben, sondern es minimiert auch die finanziellen Risiken. Der Oberste Gerichtshof hat nämlich bereits im April 2025 entschieden: Wer ohne Helm bei einem Unfall eine Kopfverletzung erleidet, muss mit einer Reduktion des Schmerzensgeldes rechnen, auch wenn der Unfallgegner die Schuld am Unfall trägt.