Das Online-Medium "ZackZack" ist am Ende. Die dahinterstehende Zack Media GmbH hat Konkurs angemeldet. Gründer Peter Pilz verabschiedete sich bereits in einem Video von seinem Projekt, das sieben Jahre lang bestand. Hintergrund sind offenbar kostspielige Klagsdrohungen im Zusammenhang mit der Berichterstattung zur Causa Pilnacek.
Nach sieben Jahren ist Schluss: Das von Ex-Nationalratsabgeordnetem Peter Pilz gegründete Online-Medium "ZackZack" stellt seinen Betrieb ein. Wie zunächst der "Standard" berichtete, hat die Zack Media GmbH Konkurs angemeldet. Pilz bestätigte das Ende in einem Video und blickte auf sieben "außergewöhnliche Jahre" zurück.
Auslöser für die finanzielle Schieflage dürften mehrere Klagen von Spitzenpolizisten sein. Darunter befindet sich auch eine Klage von Polizeidirektor Michael Takacs. In den Verfahren geht es um Artikel, in denen Pilz den Beamten im Zusammenhang mit der Causa Pilnacek unter anderem vorwarf, Ermittlungen im Sinne der ÖVP beeinflusst zu haben.
Die Klage führt mehrere Beiträge auf, in denen Pilz laut Vorwurf wiederholt üble Nachrede begangen haben soll. Insgesamt stehen demnach Forderungen von bis zu 4,3 Millionen Euro im Raum. Bei bestimmten Medienklagen müssen betroffene Unternehmen bereits bei Einlangen der Klage gesetzlich vorgesehene Rücklagen bilden. Diese finanzielle Belastung dürfte die Zack Media GmbH nicht stemmen können.
Pilz war im Dezember des Vorjahres in der Causa wegen übler Nachrede in erster Instanz nicht rechtskräftig verurteilt worden. Die Vorwürfe gegen die Polizisten hatten sich um deren mutmaßliche Einflussnahme auf die Ermittlungen im Fall des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek gedreht.
"ZackZack" wurde 2019 gegründet. Der Name spielte auf das Ibiza-Video an, das die österreichische Innenpolitik damals erschütterte. Zum Start wurde das Projekt mit Mitteln finanziert, die der Liste JETZT zustanden. Später erhielt das Medium zeitweise finanzielle Unterstützung der Stadt Wien und war zunehmend auf Spenden angewiesen. Pilz will sich künftig laut "Standard" als Blogger auf der Plattform Steady versuchen.