Autobranche in der Krise

Auto-Beben erreicht Österreich - 190.000 Jobs in Gefahr

Die Krise der deutschen Autobauer schlägt voll auf Österreich durch. Gewerkschaften schlagen Alarm und fordern Unterstützung für Zulieferbetriebe.
Team Wirtschaft
15.07.2026, 21:32
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Die Krise der deutschen Automobilindustrie macht auch vor Österreich nicht halt. Besonders betroffen sind die heimischen Zulieferbetriebe: Rund 900 Unternehmen mit mehr als 190.000 Beschäftigten hängen direkt oder indirekt an der Autoindustrie. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA warnen nun vor den Folgen und fordern rasche Maßnahmen, um Jobs zu sichern und den Wandel zur E-Mobilität sozial verträglich zu gestalten.

"Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, braucht es maßgeschneiderte Lösungen", betonen PRO-GE-Chef Reinhold Binder und GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. Es sei deshalb wichtig, "den Technologiewandel vom Verbrenner hin zum E-Auto auch im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gestalten. Österreich hat hier Nachholbedarf", so Binder und Teiber.

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Kleine Betriebe besonders betroffen

Während einige Unternehmen ihr Angebot bereits erweitert und sich unabhängiger von deutschen Autobauern gemacht hätten, sei die Situation vor allem für kleine und mittlere Betriebe weitaus schwierig. Besonders jene Firmen, die auf Bauteile für Verbrennermotoren spezialisiert sind, stünden vor großen Herausforderungen.

Die Gewerkschaften verlangen deshalb gezielte Unterstützung beim Umbau der Produktion. Wo Personalabbau unvermeidbar sei, müsse gleichzeitig für eine ausreichende soziale Absicherung der Beschäftigten gesorgt werden.

Weiterbildung statt Arbeitslosigkeit

Als Schlüssel sehen PRO-GE und GPA vor allem die Weiterbildung. Arbeitnehmer sollen bereits während eines aufrechten Dienstverhältnisses neue Qualifikationen erwerben können. Das könne Arbeitslosigkeit verhindern und gleichzeitig den Betrieben helfen, ausreichend Fachkräfte für neue Technologien zu finden.

Zusätzlich bringen die Gewerkschaften sogenannte Transformationsräte ins Spiel. Nach deutschem Vorbild sollen dort Unternehmen, Gewerkschaften, Wissenschaft und lokale Politik gemeinsam Lösungen für besonders betroffene Regionen erarbeiten.

"Nicht auf dem Rücken der Beschäftigten"

Für Binder und Teiber steht fest, dass die Krise nicht zulasten der Arbeitnehmer bewältigt werden dürfe. Ein Abbau von Sozialstandards oder Arbeitnehmerrechten sei der falsche Weg. Ziel müsse es sein, den Wandel so zu gestalten, "dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mit Angst, sondern mit Zuversicht in die Zukunft schauen können".

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