Bärtierchen sind wahre Überlebenskünstler. Die winzigen Tiere überstehen extreme Kälte, Hitze und sogar das Vakuum des Weltalls. Nun könnten sie auch der Medizin helfen: Forscher haben entdeckt, dass ein bestimmtes Protein aus diesen Tieren Blutkonserven besser vor Frostschäden schützen kann.
Bisher wird zum Einfrieren roter Blutkörperchen oft Glycerin verwendet. Doch dieses Verfahren hat Nachteile. Der Zucker Trehalose könnte eine bessere Alternative sein, dringt aber allein nur schwer in die Zellen ein. Wie es bei scinexx heißt, haben Forscher der Northwestern Polytechnical University nun einen kurzen Abschnitt aus der CAHS-Proteinfamilie der Bärtierchen verwendet. Kombiniert mit Trehalose erreichte die neue Methode nach dem Auftauen eine Wiedergewinnungsrate von 89 Prozent – besser als das bisherige Glycerinverfahren.
Das Team um Prof. Hui Yang kombinierte das Proteinfragment bei vier Grad Celsius mit Trehalose. Unter diesen Bedingungen wurde die Zellmembran beweglicher, und mehr von dem schützenden Zucker gelangte ins Innere der Blutkörperchen. Beim anschließenden Gefrieren in flüssigem Stickstoff wirkte die Kombination Schäden entgegen.
Bis zu einer Anwendung in Blutbanken ist es allerdings noch ein weiter Weg. Die Langzeitlagerung und die Sicherheit für spätere Transfusionen müssen noch genauer untersucht werden. Die bisherigen Ergebnisse stammen aus Laborversuchen und einem Mausmodell, nicht aus klinischen Tests am Menschen.