Die geplante Erweiterung der Produktionsstätte von Red Bull und Rauch in Brandenburg (D) ist vorerst auf Eis gelegt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) setzte den entsprechenden Bebauungsplan außer Kraft.
Damit hatte ein Eilantrag der Umweltorganisation Grüne Liga Brandenburg Erfolg. Die Organisation hatte beantragt, den Bebauungsplan auszusetzen, bis im Hauptverfahren über ihre Einwände entschieden wird.
Das Gericht erklärte am Donnerstag, der Bebauungsplan sei fehlerhaft und damit "offensichtlich unwirksam". Konkret liege ein "materieller Fehler" vor. Das festgelegte Industriegebiet entspreche "nicht der allgemeinen Zweckbestimmung eines in der Baunutzungsverordnung geregelten Industriegebiets".
Zudem sei kein Teilgebiet vorgesehen worden, für das keine Lärmbeschränkung gelte. Der Plan wurde daher "einstweilen für nicht vollziehbar" erklärt.
Für die geplante Erweiterung sollte nach Angaben des Gerichts ein rund 17 Hektar großes Waldstück nahe der bestehenden Produktionsanlagen in Baruth/Mark gerodet und bebaut werden.
Die Grüne Liga hatte sich gegen den Bebauungsplan der Stadt gewehrt und unter anderem "gravierende Planungsfehler" sowie die mit "dem Bebauungsplan verbundene großindustrielle Wassernutzung" kritisiert.
An einer Vergrößerung des Standorts seien insbesondere der Getränkehersteller Red Bull und der Fruchtsafthersteller Rauch interessiert gewesen. Beide Unternehmen hatten 2022 die Brandenburger Urstromquelle übernommen, die vor Ort eine Abfüllanlage samt Logistik betrieb.