Ein Glimmstängel am Strand und das Meer im Blick – das klingt für viele nach Urlaub pur. Doch genau das könnte dir in der Türkei bald teuer zu stehen kommen.
Die türkische Regierung hat jetzt einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der das Rauchen an so gut wie allen öffentlichen Orten untersagt. Dazu gehören nicht nur Spielplätze, Strände, Spitäler, Schulen und Gotteshäuser, sondern auch halbprivate Bereiche. Das Ziel: Rauchen soll in der Gesellschaft immer weniger akzeptiert werden, wie unter anderem die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtet.
Ab 1. Jänner 2040 will die Türkei die Daumenschrauben noch weiter anziehen. Dann soll der Tabak komplett verboten werden – egal ob Produktion, Verkauf, Import oder sogar das versehentliche Mitnehmen im Reisegepäck. Alles steht dann unter Strafe.
Auch die Gastronomie ist betroffen: Restaurants dürfen zudem keine separaten Raucherbereiche mehr anbieten. Nur noch klar abgegrenzte Zonen erlaubt, die maximal zehn Prozent der gesamten Fläche ausmachen dürfen (zwischen 2 und 20 Quadratmeter). Essen oder Trinken soll dort für Gäste aber verboten sein.
Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit saftigen Konsequenzen rechnen. Spezielle Kontrollteams sind vorgesehen, die Verstöße aufdecken und ahnden. So sollen laut den Berichten Strafen zwischen 5.000 und zehn Millionen Türkische Lira (umgerechnet rund 95 bis 200.000 Euro), Lizenzentzug oder sogar die Schließung des Betriebs drohen.
Mit diesen Maßnahmen rückt die Türkei auch einer Vision der EU näher: Bis 2040 soll es eine "tabakfreie Generation" geben. Die Hoffnung ist, dass dann weniger als fünf Prozent der Menschen rauchen. Obwohl die Zahlen weltweit sinken, bleibt Rauchen ein großes Problem. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr über sieben Millionen Menschen an den Folgen.
Die Türkei sieht dringenden Handlungsbedarf und nimmt sich im neuen Gesetzesentwurf nicht nur klassische Zigaretten vor. Auch E-Zigaretten, Vapes, E-Shishas, Tabakerhitzer und sogar Produkte, die das Rauchen nur nachahmen, sollen verschwinden.
Damit sich alle an die neuen Regeln halten, plant die Regierung strenge Kontrollen beim Verkauf. Tabakprodukte dürfen künftig nur noch bargeldlos gekauft werden. So kann jede Transaktion elektronisch nachvollzogen werden. Zusätzlich gilt ein striktes Verkaufsverbot an Minderjährige. Wer sich nicht daran hält, muss sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen.