Steuerfahndung ermittelt

Betrug mit manipulierter Registrierkasse: "Einzelfälle"

Ein mutmaßlicher Registrierkassenbetrug in Millionenhöhe sorgt für Unruhe in der Gastronomie. Die Wirtschaftskammer spricht dabei von Einzelfällen.
Victoria Carina  Frühwirth
29.01.2026, 07:52
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Als die Steuerfahndung einen großangelegten Betrug mit Registrierkassen aufdeckt, stellt sich eine brisante Frage: Wie sicher ist das System, das seit Jahren als Schutz vor Steuerbetrug gilt? In der Gastronomie sorgt der Fall für Nervosität.

Betrugsmasche seien "Einzelfälle"

Rund zwanzig Gastronomiebetriebe sollen Einnahmen mithilfe manipulierter Software aus Registrierkassen gelöscht haben. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt demnach im Osten Österreichs. Wie viele Betriebe davon in Niederösterreich betroffen sind, ist derzeit noch nicht bekannt.

Für die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) ist dennoch klar: Es handelt sich bei dem Millionenbetrug nicht um ein flächendeckendes Problem. Dietmar Schöner, Obmann der Gastronomie in der WKNÖ, betont in "ORF NÖ", es handle sich um "Einzelfälle".

Seien nur wenige Millionenbetrüger

Noch vor Kurzem habe er das System für sicher gehalten, so Schöner. Der aktuelle Fall zeige jedoch, dass technische Manipulation möglich sei. Gleichzeitig warnt er vor Generalverdacht: "Es gibt immer wieder Findige, die so etwas machen. Aber ich möchte schon betonen, dass das eine kleine Anzahl von Betrieben ist."

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

In Niederösterreich gebe es rund 8.000 Gastronomiebetriebe. "Da traue ich mich wirklich bei den meisten, dass ich die Hand ins Feuer lege", so Schöner laut "ORF NÖ" weiter.

Gastrosterben keine Ausrede für Steuerbetrug

Der wirtschaftliche Druck in der Gastrobranche sei dennoch spürbar. "Es ist ein harter Kampf momentan. Wir sehen täglich Schließungen, vor allem am Land wird es immer schwieriger. Aber ich glaube, das ist jetzt keine Entschuldigung, um auf solche Mittel zurückzugreifen", hält der Gastro-Obmann fest. Pauschale Verurteilungen seien aus seiner Sicht fehl am Platz.

Der mutmaßliche Betrug soll vor allem bei Barzahlungen ohne Rechnung möglich gewesen sein. Eingaben wurden mithilfe einer Manipulationssoftware aus den Registrierkassen gelöscht, ohne dass Gäste davon etwas bemerkt hätten.

Die Registrierkassenpflicht gilt in Österreich seit 2016. Betriebe ab einem Jahresumsatz von 15.000 Euro und Barumsätzen von mehr als 7.500 Euro sind damit verpflichtet, ihre Bareinnahmen mit einer elektronischen Kasse zu erfassen. Ziel ist, Steuerbetrug zu verhindern und Umsätze nachvollziehbar zu dokumentieren.

{title && {title} } VF, {title && {title} } 29.01.2026, 07:52
Jetzt E-Paper lesen