Die Suche nach billigem Sex hatte für einen Niederösterreicher im Vorjahr teure Folgen. Der Mann hatte auf einer Erotik-Plattform eine Prostituierte kennengelernt, kam mehrmals für bezahlten Sex in ihre Wohnung in der Nähe von Wien. Dort geriet er angeblich in die Fänge einer kriminellen Bande, die den Niederösterreicher um 53.050 Euro erleichtert haben soll.
Montag (20.10.) stehen nun die Prostituierte und zwei mutmaßliche Komplizen wegen schweren Betrugs, Geldwäsche und krimineller Vereinigung vor Gericht in Wiener Neustadt (NÖ) – Profi-Verteidiger Roland Friis vertritt die Erstangeklagte in der Causa.
Das Opfer vereinbarte mit der Prostituierten laut Staatsanwaltschaft immer wieder Treffen in deren Wohnung. Die Ungarin wohnte dort mit einem Pärchen zusammen. Nach ein paar Sex-Dates soll die Frau (20) plötzlich begonnen haben, ihren Freier unter Druck zu setzen. Die Mitbewohnerin (30) und deren Ehemann (30) sollen ihr geholfen haben, dem wohlhabenden Niederösterreicher das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Mit Tricks sollen sie ihn zu Überweisungen genötigt haben. Einmal war eine Kaution fällig, dann eine Behandlung, immer wieder brauchte die Prostituierte Geld von ihm zur Schuldentilgung. Der Niederösterreicher überwies immer höhere Beträge. Schließlich redeten ihm die beiden Frauen ein, die Prostituierte wäre von ihm schwanger – er müsse nun die Abtreibung bezahlen.
Als der Niederösterreicher schließlich misstrauisch wurde und ankündigte, kein Geld mehr zu schicken, eskalierte die Lage. Die Ungarin soll ihm daraufhin mit der Zerstörung seiner Karriere gedroht haben. Sie würde seinen Arbeitgeber informieren, dass er sie zur Sexarbeit zwinge. Die Komplizin meinte, sie würde die Angaben der 20-Jährigen bei der Polizei bestätigen. Die beiden Frauen zeigten dem Opfer sogar eine vorbereitete Anzeige. In Chats– teils auf Deutsch, teils auf Ungarisch – forderten sie immer wieder Geld. Der Drittangeklagte (30) soll mit Gewalt gedroht haben.
Die Erstangeklagte zeigte sich in der Einvernahme geständig. Sie habe mit dem Geld ihre Drogensucht finanziert, die beiden anderen – sie sind übrigens verheiratet und haben drei Kinder – zeigten sich nicht geständig. Im Falle einer Verurteilung droht dem Trio mehrere Jahre Haft. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.