Wenn die Sommerhitze Österreich fest im Griff hat, laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Im Auto, im Büro und immer öfter auch in den eigenen vier Wänden. Doch ausgerechnet die ersehnte Abkühlung kann für den Körper zur Belastungsprobe werden.
Stressforscherin und Gesundheitspsychologin Claudia Traunmüller von der Universität Graz sieht dabei vor allem ein Problem: den extremen Temperaturwechsel.
Viele Menschen glauben, dass Klimaanlagen direkt für Beschwerden verantwortlich sind. Laut Traunmüller liegt das Problem aber meist woanders. "Das, was die Leute krank macht, ist ja nicht die Klimaanlage per se, sondern eben dieser extreme Temperaturwechsel", erklärt die Expertin.
Wer verschwitzt vom Gehsteig ins auf 15 Grad heruntergekühlte Auto steigt oder den ganzen Tag in einem eiskalten Büro sitzt, fordert den Körper enorm heraus. "Jetzt schwitze ich, dann gehe ich ins Auto, kühle das runter auf 15 Grad. Das ist eher das Belastende."
Gerade in Dachwohnungen steigt die Belastung im Sommer oft ins Extreme. Eine Kühlung kann dort durchaus sinnvoll sein. Allerdings sollte sie mit Maß erfolgen. "Wenn es draußen 37 Grad hat, würde ich vielleicht nicht unter 24 Grad gehen", sagt Traunmüller.
Als Faustregel nennt sie einen Temperaturunterschied von etwa zehn Grad zur Außentemperatur. Noch weiter herunterzukühlen, sei für gesunde Menschen meist gar nicht notwendig.
"Wohnräume weiter runterzukühlen als im Durchschnitt im Sommer so um die 24 Grad, braucht es eigentlich nicht."