Die Sonne brennt vom Himmel, der Badesee lockt und der Urlaub hat endlich begonnen. Bevor es nach draußen geht, greifen die meisten Menschen ganz selbstverständlich zur Sonnencreme. Doch spätestens vor dem Regal im Drogeriemarkt stellt sich die Frage: Soll es die klassische Lotion sein, ein Spray oder doch lieber ein Gel?
Viele Menschen glauben, dass Sprays schlechter schützen als Cremes. Das stimmt so nicht: Entscheidend für die Schutzwirkung sind der Lichtschutzfaktor (LSF) und der UVA-Schutz. Haben zwei Produkte denselben Lichtschutzfaktor und dieselbe UVA-Einstufung, schützen sie die Haut grundsätzlich gleich gut, unabhängig davon, ob es sich um ein Spray, eine Lotion oder ein Gel handelt. Der Unterschied liegt vor allem in der Anwendung – und genau dort passieren die meisten Fehler.
Dermatologen empfehlen nach wie vor klassische Sonnencremes oder Lotionen. Der Grund ist simpel: Sie lassen sich kontrollierter auftragen. Wer cremt, sieht oft besser, welche Hautstellen bereits geschützt sind und welche noch nicht.
Außerdem wird bei Cremes in der Regel ausreichend Produkt verwendet: Das ist wichtig, denn viele Menschen tragen deutlich zu wenig Sonnenschutz auf und erreichen dadurch nicht den angegebenen Lichtschutzfaktor. Experten gehen davon aus, dass Erwachsene pro Anwendung etwa drei bis vier Esslöffel Sonnenschutz benötigen, um den vollen Schutz zu erhalten.
Sonnensprays erfreuen sich großer Beliebtheit. Kein Wunder: Sie lassen sich schnell verteilen, erreichen Rücken und Schultern leichter und wirken besonders unkompliziert. Doch genau darin liegt auch das Problem: Studien zeigen, dass viele Menschen Sprays viel zu sparsam verwenden. Um den gleichen Schutz wie bei einer Lotion zu erzielen, müsste jede Körperstelle mehrere Sekunden lang eingesprüht werden. In der Praxis geschieht das selten.
Hinzu kommt ein weiterer Nachteil: Schon leichter Wind kann einen erheblichen Teil des Sprays davontragen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einer schwachen Brise bereits mehr als die Hälfte des Produkts verloren gehen kann, bevor es überhaupt auf der Haut landet.
So praktisch Sonnensprays auch sind – für das Gesicht eignen sie sich kaum. Fachleute raten davon ab, Sprays direkt in Gesichtsnähe aufzutragen: Die feinen Partikel können eingeatmet werden und die Atemwege reizen. Besonders Menschen mit Asthma oder empfindlichen Atemwegen sollten vorsichtig sein.
Ob Spray, Lotion oder Gel: Kein Sonnenschutz wirkt, wenn er zu sparsam aufgetragen wird. Wer sich regelmäßig eincremt, starkes Schwitzen oder Baden berücksichtigt und den Schutz mehrmals täglich erneuert, reduziert das Risiko für Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs deutlich.