Er ist der verständnisvolle Fernseh-Arzt, dem Millionen vertrauen: Hans Sigl alias Dr. Martin Gruber startet am kommenden Mittwoch, 7. Jänner, in die neue "Bergdoktor"-Staffel. Warum die Serie seit Jahren so erfolgreich ist, erklärt der Tiroler Schauspieler im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".
"Weil wir für emotionale Geschichten mit Zuversicht und Empathie sorgen", sagt Sigl zur Tageszeitung. In einer Zeit voller Krimis brauche es auch Platz für Hoffnung – das sei das Erfolgsrezept. Und manchmal würden Menschen sogar medizinisch davon profitieren: "Wir hatten sogar schon Zuschauer oder Zuschauerinnen, die uns geschrieben haben, dass in ihrem Fall die richtige Diagnose gefunden wurde, angestoßen von unserer Serie."
Hans Sigl weiß, warum seine Figur so gut ankommt: "Mein Gott, Herr Sigl, so einen Arzt wie den Bergdoktor bräuchte man selber auch", höre er oft. Gleichzeitig stellt er in der "Kleinen Zeitung" aber auch klar: "Da entsteht natürlich eine gewisse Sehnsucht nach dem perfekten Doktor, den es aber in der Realität überhaupt nicht geben kann, völlig klar."
Auch die Tiroler Landschaft spiele laut Sigl eine Hauptrolle: "Der Wilde Kaiser ist unser heimlicher Hauptdarsteller, ein echter Geschmacksträger für den 'Bergdoktor'". Viele Fans würden vor allem wegen der Bilder einschalten – und "auch wegen Ihnen", ergänzten die Zuseher dann lachend.
Rund 20 Jahre ist Sigl jetzt Teil des "Bergdoktor"-Teams. Viel habe sich verändert. "Anfangs dauerte eine Folge ja nur 45 Minuten, was dann dazu geführt hat, dass die Geschichten ein bisschen arg schnell erzählt werden mussten: Da hat ein Mann in Minute zehn erfahren, dass er herzkrank ist, in Minute 35 musste er operiert sein und in Minute 45 saß er da und hat gesagt: Ich habe ein neues Herz und mir geht’s prima", so Sigl zur "Kleinen Zeitung". Heute seien es 90 Minuten – und das ermögliche tiefere Geschichten.
Dass die Serie junge Menschen etwa zu einem Medizinstudium inspiriert habe, rühre ihn. "Gerade dieser Tage kam wieder eine Ärztin auf mich zu, die mir das erzählt hat. Das finde ich natürlich grandios, manchmal rührt mich das geradezu. Ist doch toll: Wir sind eine Fernsehserie, die Leute unterhalten will, und manchmal leistet sie sogar viel mehr als das", erklärt der Schauspieler im Gespräch mit der Tageszeitung.
Privat geht Hans Sigl regelmäßig zur Vorsorge – "und kann allen Männern nur raten: Geht da hin." Frauen seien in der Beziehung "viel disziplinierter, aber auch bei Männern sollte die Vorsorge zum guten Ton gehören, finde ich." Durch seine Rolle sei er heute "medizinisch bestens vernetzt".
Ob er durch den "Bergdoktor" andere Rollen verpasst hat? "Nein, von verpassen würde ich nicht reden", meint er in der "Kleinen Zeitung". Eine Sache finde er aber dann doch "bedauerlich": "Dass es bei uns immer noch diese Trennung zwischen Fernsehen und Kino gibt. Wenn man wie ich im Fernsehen erfolgreich ist, kommt man in der Regel fürs Kino nicht infrage. Es gibt eine Berührungsangst zwischen dem TV-Mainstream und dem Kino, und das finde ich schade."
Der Schauspieler würde jedenfalls "schon mal sehr gerne" einen Kinofilm drehen. Für den Wiener "Tatort" wurde Sigl übrigens nicht angefragt – und das passt ihm gut so: "Ich kann schließlich nicht alle Rollen des sehr geschätzten Kollegen Krassnitzer auftragen", scherzt er in der "Kleinen Zeitung".