Er steigt selbst auf Gipfel

Carolin (25) vermisst! Vater sucht verzweifelt in Alpen

Seit sechs Wochen fehlt von Carolin (25) jede Spur. Ihr Vater sucht selbst die Tiroler Berge ab, besteigt Gipfel und hofft auf Hinweise.
20.10.2026, 08:29
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Seit sechs Wochen fehlt von Carolin Schmidt (25) jede Spur. Die junge Deutsche verschwand Anfang September bei einer Bergtour im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern. In einer letzten WhatsApp-Nachricht hatte sie ihrer Familie noch Bilder ihrer Gipfelsiege geschickt. Dazu schrieb sie, dass sie bald nach Hause kommen werde, sie wolle aber "noch einen Abstecher machen"...

Trotz umfangreicher Suchaktionen von Polizei und Rettungskräften gibt es bislang kein Lebenszeichen von der "sehr bergerfahrenen" Frau. Dennoch gibt ihr Vater die Hoffnung nicht auf. Er zieht nun selbst durch die Tiroler Alpen, besteigt Gipfel und sucht nach dem kleinsten Hinweis auf seine Tochter. Eine neue Spur führt ihn ins Wettersteingebirge und die Mieminger Kette.

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Vater steigt selbst auf die Berge

Der Vater lässt bei seiner Suche nichts unversucht. Er spricht Wanderer an, erkundigt sich auf Berghütten und untersucht Gipfelbücher auf mögliche Einträge seiner Tochter.

Eines der Vermisstenplakate, die auf der Suche nach Carolin Schmidt verbreitet werden.
Facebook

Auf der Rauthhütte in der Leutasch hatte sich der Deutsche zuvor bei Hüttenwirt Andreas Rauth vorgestellt. "Er stellte sich als Vater der vermissten jungen Frau vor", schildert der Seniorchef gegenüber der "Krone". Der Mann bat darum, ein Suchplakat aufhängen zu dürfen. Der Hüttenwirt stimmte selbstverständlich zu.

"Er machte auf mich einen gefassten Eindruck. Aber das war nur das äußere Erscheinungsbild, man weiß nicht, wie es ihm wirklich geht", erinnert sich der Tiroler.

Der Vater habe ihm erzählt, dass er im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern mehrere Gipfel absuchen wolle. Auch die hohe Hohe Munde bei Telfs stand auf seiner Liste. Rauth riet dem Vater allerdings von der Besteigung ab. Seiner Meinung nach wäre die junge Frau auf dem viel besuchten Berg vermutlich anderen Wanderern aufgefallen.

Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, bestieg er den 2.662 Meter hohen Berg dennoch, um nach Hinweisen zu suchen. Allerdings ohne Erfolg.

Sogar aus der Luft wurde die Region noch einmal kontrolliert. Ein Bekannter des Hüttenwirts achtete während eines Rundflugs auf mögliche Auffälligkeiten im Gelände. "Ich habe ihn gebeten, aus der Luft die Munde näher unter die Lupe zu nehmen. Ein Farbfleck würde wohl auffallen." Auch diese Suche blieb erfolglos.

Letzte Nachricht: "Dann nach Hause"

Carolin hatte sich Anfang September zuletzt aus dem Raum Mittenwald gemeldet. Ihr Vater erinnert sich an eine WhatsApp-Nachricht, mit der sie ihm Bilder von bereits bestiegenen Gipfeln geschickt hatte. Dazu schrieb sie nach seinen Angaben, "dass sie noch einen Abstecher macht und dann nach Hause kommt". Doch die 25-Jährige kehrte nicht zurück.

Seitdem verliert sich ihre Spur im weitläufigen Berggebiet zwischen Tirol und Bayern. Der Vater kann sich schwer vorstellen, dass seine Tochter bewusst waghalsig gehandelt hätte. Carolin sei "sehr bergerfahren", erklärt er gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Bereits seit ihrer Kindheit hätten sie gemeinsam Bergtouren unternommen. "Ich denke auch, dass sie keine Risiken eingehen würde."

Neue Handyspur zwischen Ehrwald und Leutasch

Lange Zeit lieferten die Mobilfunkdaten der Vermissten keine entscheidenden Anhaltspunkte. Erst vor rund einer Woche ergab die Auswertung einer Bergsteiger-App durch die Kriminalpolizei einen neuen Hinweis. Demnach war Carolins Handy zuletzt im Gebiet zwischen Ehrwald und Leutasch eingeloggt.

Seither konzentriert ihr Vater die private Suche besonders auf das Wettersteingebirge und die Mieminger Kette. Auch die bayerische und die österreichische Polizei suchten bereits mehrfach mit Hunden und Hubschraubern nach der jungen Frau – bislang ohne Erfolg.

Rätselhafter Einkauf gibt Fragen auf

Ein weiterer Umstand beschäftigt den Vater. Zwei Tage vor dem letzten Kontakt hatte Carolin in einem Supermarkt im oberbayerischen Weilheim eingekauft. Dieser Zwischenstopp lässt sich für ihn nicht mit der ursprünglich geplanten Wanderroute erklären. Warum seine Tochter dort gewesen war, ist weiterhin unklar.

Der Vater hofft deshalb auch auf Hinweise von Menschen, die Carolin Anfang September in Weilheim oder im angrenzenden Alpenraum gesehen haben könnten.

Carolin Schmidt (25) wird seit einer Bergwanderung im bayrisch-tirolerischen Alpen-Grenzgebiet vermisst.
PP Oberbayern Süd

Polizei bittet weiterhin um Hinweise

Die Vermisste ist etwa 1,75 Meter groß, sehr schlank und sportlich. Sie hat mittellange blonde Haare und blaue Augen. Bei ihren Wanderungen dürfte Carolin eine grau-rosa Fleecejacke von North Face, graue Trailrunningschuhe von Scarpa sowie einen rot-grauen Deuter-Rucksack getragen haben.

In privaten Suchaufrufen werden Wanderer gebeten, auch ältere Fotos von ihren Bergtouren noch einmal zu überprüfen. Möglicherweise könnte die 25-Jährige zufällig im Hintergrund einer Aufnahme zu sehen sein.

Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen unter +49 8821 9170 entgegen. Auch die Tiroler Polizei steht für Beobachtungen zur Verfügung. Während die Ermittlungen weiterlaufen, setzt Carolins Vater seine Suche fort. Er hofft, in den Bergen doch noch auf eine Spur seiner Tochter zu stoßen.

red, 20.10.2026, 08:29
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