Ein kleiner Fehler mit teuren Folgen: Unternehmer Johann Brunner soll 200 Euro Ersatzmaut bezahlen, weil er auf der Brennerautobahn versehentlich die Spur für die digitale Streckenmaut benutzte. Die reguläre Gebühr hätte nur vier Euro betragen. Besonders ärgerlich: Der Unternehmer meldete seinen Fehler selbst bei der Asfinag und wollte die Maut nachzahlen. Doch die Autobahngesellschaft lässt nicht mit sich reden.
Brunner, der mit seiner Firma Heizkostenabrechnungen erstellt, war am 14. Oktober beruflich in Tirol unterwegs. Mit seinem Ford Transit fuhr er auf der Brennerautobahn in Richtung Fulpmes. Bei der Mautstelle Schönberg benutzte er versehentlich die Spur für die digitale Streckenmaut.
Erst danach bemerkte er seinen Fehler. Nach seinem Termin und dem Abendessen im Hotel schrieb er der Asfinag und bat darum, die Gebühr nachträglich bezahlen zu dürfen. Zudem richtete er sofort die digitale Streckenmaut ein. Bei seiner nächsten Fahrt am darauffolgenden Tag funktionierte diese bereits problemlos.
Statt der erhofften Nachzahlung erhielt Brunner eine ernüchternde Antwort. Die Asfinag erklärte, dass eine nachträgliche Entrichtung der Maut nicht möglich sei. Laut Mautordnung sind 200 Euro Ersatzmaut fällig.
Dabei räumte die Autobahngesellschaft sogar ein, dass sie dem Fahrer sein Versehen glaubt: "Sie haben uns die gegenständliche Situation plausibel geschildert. Natürlich glauben wir Ihnen, dass es zum Mautvergehen nicht mit Absicht bzw. vorsätzlich gekommen ist", heißt es in der Antwort.
Für Brunner ist die Forderung völlig überzogen. "200 € Ersatzmaut (Faktor 50) anstatt des 4 € regulären Mauttarifs, das ist doch nicht mehr verhältnismäßig", kritisiert er in einem Schreiben.
"Bitte prüfen Sie diese Situation, welche sich derzeit für mich wie eine Abzocke darstellt. Würde ich als Unternehmer so agieren, dann würde ich vermutlich strafrechtlich wegen Wucher vor dem Staatsanwalt stehen", sagt er erbost zu "Heute".
Auf "Heute"-Anfrage erklärt die Asfinag, dass die Höhe der Ersatzmaut in der Mautordnung festgelegt sei. Ausnahmen seien nicht möglich. Bei schrankenlosen Mautstellen wie Schönberg-Stubai würden Autofahrer auf einem Display darauf hingewiesen, wenn keine gültige Streckenmaut vorliege. In diesem Fall müsse man auf die Nebenspur ausweichen, wo ein Ticket gekauft werden könne, heißt es.
Da Brunner ohne gültige Buchung durch die digitale Mautspur gefahren sei, werde die Ersatzmaut fällig.