Paprika schmecken roh als Snack oder auch gekocht im Ratatouille, in Fajitas oder gefüllt. Fast immer werden – unabhängig von der Zubereitungsart – routinemäßig Gehäuse und Kerne herausgeschnitten. Vor allem Letztere kleben oft am Gemüse fest und müssen mühsam abgekratzt werden. Dabei ist das gar nicht notwendig.
"Wer die Kerne nicht entfernt, steigert den Nährwert des Paprikas und reduziert zugleich Lebensmittelabfall", sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Denn die Kerne sind kleine Kraftpakete und stecken voller Nährstoffe: Sie sind reich an Ballaststoffen, Antioxidantien – diese wirken wie ein Schutzschild gegen Zellschäden – und sekundären Pflanzenstoffen, die antimikrobiell und entzündungshemmend wirken. Sie enthalten aber auch noch Vitamine, Proteine und wertvolle Öle.
Weil die Kerne klein sind, sind die wertvollen Inhaltsstoffe natürlich nicht in rauen Mengen enthalten: "In haushaltsüblichen Mengen ist der gesundheitliche Effekt zwar begrenzt, ein Mitessen ist aber aus ernährungsphysiologischer Sicht durchaus sinnvoll", erklärt Hannah Zeyssig von der Verbraucherzentrale NRW gegenüber "Ökotest".
Geschmack haben die Kerne relativ wenig, sie schmecken eher neutral, manchmal etwas bitter. In den meisten Gerichten wirst du das aber nicht wahrnehmen. Möchtest du sie aber doch entfernen, kann dir dieser Trick helfen:
Auch bei den scharfen Verwandten des Paprikas haben die Kerne keinen Eigengeschmack - allerdings eine ganz andere Eigenschaft: Die Kerne von Chilis enthalten Capsaicinoide. Diese binden an die Schmerz- und Wärmerezeptoren in Mund und Rachen an und sorgen für die Schärfe. Das Gehirn interpretiert das als Hitze und je nach Intensität auch als Schmerz.