Drei Kameras auf der Rückseite, jeweils 200 Megapixel, dazu ein großer Akku, ein schnelles Display und ein optionaler Telekonverter, der den Zoom extrem erweitert: Das Oppo Find X10 Pro Max versucht gar nicht, klassische Smartphone-Nutzer anzusprechen, sondern zielt auf alle, die neben maximaler Leistung auch ein sehr spezielles Kamerasystem nutzen wollen. In Österreich kommt das Spitzenmodell mit 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher um 1.799 Euro auf den Markt. Das ist eine Ansage, selbst in der Oberklasse und mit vielen Rabattaktionen zum Start. Beim Design bleibt Oppo seiner Linie treu, setzt aber die Kamera stärker in Szene und übernimmt – Apple lässt grüßen – das "Max" in den Namen.
Der flache Metallrahmen trifft auf eine matte Glasrückseite. Die beiden Kamerabereiche auf der Rückseite sind deutlich hervorgehoben und machen klar, wo der Hersteller seine größte Stärke sieht. Das Design wirkt sachlich und hochwertig verarbeitet, ohne mit auffälligen Farben oder unnötigen Details um Aufmerksamkeit zu kämpfen. Für die europäische Version stehen Lunar White und Titanium Grey zur Auswahl. Das helle Modell fällt durch seine besondere Gestaltung entlang der Kante auf, während Titanium Grey sich eleganter zurückhält. Die Optik ist modern, sie lässt das Smartphone so hochwertig wirken, wie es tatsächlich ist. Mit 161,32 Millimetern Höhe und 76,57 Millimetern Breite gehört das Find X10 Pro Max zu den großen Smartphones.
Das Gehäuse ist ohne Kameramodul etwas über acht Millimeter dick, mit Kameramodul sind es sogar rund 13 Millimeter. Das Gewicht beträgt je nach Ausführung etwas schwankend rund 235 Gramm. Damit ist das neue Oppo-Flaggschiff ein imposantes Smartphone – dafür bekommst du ein großes Display und Platz für die neueste Technik. Bei der Verarbeitung setzt Oppo auf einen Metallrahmen und Gorilla Glass Victus 2 auf der Vorderseite. Die Schutzklassen IP66, IP68 und IP69 sichern das Gerät gegen Staub und Wasser ab. Beim Tastenlayout bleibt die Bedienung weitgehend vertraut. Eine belegbare Funktionstaste sitzt auf der linken Seite, rechts befinden sich der Ein-Aus-Schalter und die Lautstärkeregelung.
Das 6,78 Zoll große AMOLED-Display gehört zu den wichtigsten Argumenten für das Oppo. Es löst mit 2.772 x 1.272 Pixeln auf und erreicht im "normalen" Betrieb bis zu 120 Hertz. Bei unterstützten Spielen sind sogar bis zu 144 Hertz möglich. Die höhere Bildrate sorgt dafür, dass Bewegungen besonders flüssig dargestellt werden. Beim Scrollen durch Webseiten, beim Wechsel zwischen Apps und in den Systemanimationen macht sich superflüssig bemerkbar. Die Kombination aus hoher Auflösung, flüssiger Darstellung und guter Lesbarkeit gefällt. Texte bleiben beim Scrollen scharf, Menüs reagieren schnell und Videos profitieren von den kräftigen Kontrasten des AMOLED-Panels. Farben wirken lebendig, ohne unnatürlich auszusehen.
Auch bei HDR-Inhalten ist das Display gut aufgestellt. Unterstützt werden HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Die angegebene Spitzenhelligkeit beträgt 3.600 Nits, womit auch im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung Reflexionen gut ausgeglichen werden und Inhalte leichter lesbar sind. Abends ist es umgekehrt, das Oppo kann die Anzeige weit herunterregeln und bietet zusätzliche Einstellungen für die Nutzung bei Dunkelheit und für eine augenschonende Darstellung. Der Fingerabdrucksensor sitzt unter dem Bildschirm und arbeitet mit Ultraschall. Dazu kommen ein dauerhaft nutzbares Always-on-Display und viele Anpassungsoptionen. Kurz: Das Oppo Find X10 Pro Max bietet ein fantastisches Display mit keinerlei Schwächen.
Im Inneren arbeitet der MediaTek Dimensity 9600 Pro, ein Prozessor, der im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Dazu kommen 12 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 512 GB UFS-4.1-Speicher. Eine Speicherkarte kann nicht eingesetzt werden. Etwas bitter ist das Downgrade der EU-Version beim Arbeitsspeicher, in der China-Version werken immerhin 16 GB. Dennoch bleibt wenig Raum für Kritik: Apps starten ohne Verzögerungen, Animationen bleiben flüssig und auch mehrere geöffnete Anwendungen bringen das System nicht aus dem Tritt. Wer zwischen Browser, Messenger, Kamera und anderen Programmen wechselt, bekommt ein schnelles Gerät, das auch bei vielen parallel geöffneten Apps ausreichend Reserven hat.
Interessant wird der neue Chip bei anspruchsvollen Spielen, aufwendiger Bildverarbeitung und längerer hoher Belastung. Bei Spielen wie "Genshin Impact" zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Prozessors. Selbst mit hohen Grafikeinstellungen sind stabile 60 Bilder pro Sekunde möglich und auch bei anderen anspruchsvollen Titeln wie "Call of Duty: Mobile" bleibt die Darstellung über längere Zeit auf hohem Niveau. Ungewöhnlich warm wird das Modell ebenfalls nicht. Verschiedene Leistungstests zeigen einen beeindruckenden Schub von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorgänger Find X9 Pro und die Werte übertreffen – allerdings etwas knapper – auch jene des Find X9 Ultra, das mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 arbeitet.
Das Herzstück des Find X10 Pro Max ist sein gewaltiges Kamerasystem. Hauptkamera, Ultraweitwinkel und Telekamera arbeiten jeweils mit einem 200-Megapixel-Sensor. Damit geht Oppo bei der Auflösung weiter als so gut wie alle Konkurrenten. Die hohe Pixelzahl allein garantiert allerdings noch keine besseren Bilder. Der Test zeigt aber, dass sich Nutzer keinerlei Sorgen machen müssen, denn hier liefert das Find X10 Pro Max spektakulär ab. Oppo arbeitet dafür mit Hasselblad an der Farbabstimmung und setzt auf die eigene LUMO-Bildverarbeitung. Das Ziel ist eine möglichst natürliche Darstellung mit nachvollziehbaren Hauttönen und einer ausgewogenen Belichtung, was selbst ausgezeichnete Fotos bei Gegenlicht ermöglicht.
Die Kamera des Oppo Find X10 Pro Max überzeugt vor allem bei Tageslicht mit hoher Detailgenauigkeit, natürlichen Farben und starkem Dynamikumfang. Die 200-Megapixel-Hauptkamera liefert im Standardmodus (12 MP) scharfe, nahezu rauschfreie Bilder und hält auch bei Gegenlicht viele Details in hellen und dunklen Bereichen fest. Im 50-Megapixel-Modus steigt die Detailtiefe, ohne dass Bildqualität oder Lichtausbeute leiden. Bei Nacht bleiben die Aufnahmen scharf und detailreich, die Kamera liefert auch in Innenräumen sowie bei wenig Licht eine gute Bildqualität. Ein seltenes Phänomen trat im Test allerdings auf: Manchmal regelte die Software das Bild so dunkel herunter, dass einige Details verloren gingen.
Die Kritik bewegt sich allerdings auf höchstem Niveau. Das Oppo Find X9 Ultra aus dem Mai 2026 gilt weiter als eines der besten Kamera-Smartphones am Markt – und das Find X10 Pro Max kann damit locker mithalten und in einigen Bereichen sogar daran vorbeiziehen. Die Telekamera mit dreifach optischem Zoom (digital maximal 120-fach) überzeugt mit präzisem Autofokus, natürlichen Farben und hoher Schärfe. Selbst der sechsfache "verlustfreie" Zoom liefert bei Tageslicht gute Ergebnisse, über dem Faktor 10 nehmen Tag wie Nacht Rauschen und Detailverluste zu. Aber: Die Ergebnisse sind mit das Beste, was Smartphones beim Zoom zu bieten haben. Auch bei Makro- und Porträtaufnahmen zeigt das Smartphone seine Stärken.
Die Telekamera ermöglicht Nahaufnahmen aus nur zehn Zentimetern Entfernung und trennt das Motiv mit einem ausgeprägten Bokeh-Effekt wirkungsvoll vom Hintergrund. Im Porträtmodus funktioniert die Erkennung von Konturen und feinen Strukturen zuverlässig. Die 50-Megapixel-Frontkamera bietet ebenfalls natürliche Hauttöne, einen großen Dynamikumfang und ein weiteres Sichtfeld als beim Vorgänger, wodurch auch Gruppenselfies leichter gelingen. Insgesamt bietet das Find X10 Pro Max ein leistungsstarkes Kamerasystem mit Verbesserungen bei der Ultraweitwinkelkamera, sehr guten Tag- und Nachaufnahmen und überzeugenden Porträts. Dazu kommt noch eine Zubehör-Besonderheit.
Besonders spannend wird das Find X10 Pro Max mit dem optionalen Hasselblad Teleconverter Kit, der im Bundle oder separat dazugekauft werden muss. Dabei handelt es sich um ein zusätzliches Objektiv, das auf dem Smartphone montiert wird und den Telebereich erweitert. Der Kit beinhaltet eine spezielle Smartphone-Hülle, eine Halterung für das Objektiv, eine Trageschlaufe, eine Tasche und einen Stativring. Der Telekonverter maximiert die dreifache optische Vergrößerung der Telekamera um den Faktor 3,28. Damit ergibt sich rechnerisch in etwa ein zehnfacher optischer Zoom. Die Brennweite liegt bei rund 230 Millimetern, der maximale Digitalzoom der Kamera steigt damit auf den Faktor 200.
Der Nutzen ist: Du kannst weit entfernte Motive näher heranholen, ohne ausschließlich auf digitale Vergrößerung angewiesen zu sein. Bei Tieren, Sportveranstaltungen oder Details an Gebäuden kann das ein echter Vorteil sein – und gleichzeitig ist das Zubehör zwar gut verarbeitet, aber relativ leicht und transportabel. Bei montiertem Telekonverter wird der Zugriff auf die anderen beiden Kameras verdeckt und nur die Telekamera genutzt. Die Ergebnisse sind spektakulär: tagsüber sehen Aufnahmen mit zehnfachem Zoom aus der Hand wie Profifotos aus, selbst nachts bleiben Bilder ohne Stativ bis zum 20-fachen Zoom extrem scharf. Darüber hinaus braucht es dann das Stativ und in höheren Zoomstufen werden die Verluste deutlich.
Bilder mit dem Oppo Find X10 Pro Max – mit und ohne Telekonverter – findest du in der Fotostrecke oben! Auch bei Videos setzt Oppo übrigens auf hohe Zahlen. Das Find X10 Pro Max unterstützt mit allen drei rückwärtigen Kameras Aufnahmen in 4K mit 120 Bildern pro Sekunde sowie in 8K mit 30 Bildern pro Sekunde. Das eröffnet Spielraum für hochauflösende Videos und Zeitlupen. Eine spannende Funktion ist Open Gate Capture. Dabei wird die gesamte nutzbare Sensorfläche für die Aufnahme verwendet. Das kann beim späteren Zuschneiden helfen, wenn dasselbe Material in unterschiedlichen Formaten gebraucht wird. Wer Videos sowohl im Querformat als auch für Hochkant-Plattformen vorbereitet, wird das lieben.
Beim Akku gibt es indes ebenfalls einen Abstrich von der chinesischen zur europäischen Version – von 8.000 Milliamperestunden (mAh) auf immer noch hohe 7.150 mAh. Etwas schmerzt das bei einem Preis von 1.799 Euro dennoch, auch wenn das Find X10 Pro Max ein Marathonläufer bleibt. 26 Stunden sind mit gemischter Nutzung im Dauerbetrieb möglich, was einer Laufzeit bei durchschnittlicher Nutzung von zwei bis drei Tagen entspricht. Ein Top-Ergebnis! Geladen wird über USB-C mit bis zu 80 Watt in rund 50 Minuten für eine volle Ladung, kabellos mit bis zu 50 Watt. Umgekehrtes kabelloses Laden von Geräten wie Kopfhörern oder Smartwatches ist mit 10 Watt ebenfalls möglich.
Das Gerät läuft mit ColorOS 17 auf Basis von Android 17 (fünf Android-Updates, sechs Jahre Sicherheitsupdate). Die Oberfläche bietet viele Möglichkeiten, die Anzeige und Bedienung an die eigenen Vorlieben anzupassen. Dazu zählen Einstellungen für das Display, die Darstellung von Benachrichtigungen und den Umgang mit Apps im Hintergrund. Auffällig ist das "fließende" Design – App- oder Bildschirm-Wechsel und das Aktivieren von Funktionen und Einstellungen bekommen nette Animationen und andere visuelle Effekte. Auch KI-Funktionen gehören zum neuen System. Mit AI Mind Pilot und einem Agent-Modus kann das Gerät Informationen aus Dateien und Fotos verknüpfen und komplexere Aufgaben über eine Eingabe erledigen.
Beispiel? Aus geknipsten Fotos, Screenshots von Reiseanbietern, vorgemerkten Urlauben und notierten Sehenswürdigkeiten kann AI Mind Pilot deine nächste Urlaubsreise im Alleingang planen. Je nachdem, wie viele Informationen vorhanden sind, bekommst du dabei einen detaillierten Reiseplan mit Flügen, Hotels, Tagestouren und Empfehlungen sowie Bildern. Der AI Photo Agent kann Bilder per Texteingabe generieren oder den Stil eines Referenzbildes auf eigene Bilder übertragen. AI Mind Space speichert und analysiert nun auch Dokumente und Videolinks, AI Mind Suggest meldet sich mit terminlich oder örtlich passenden Informationen. OSee integriert KI für Objekterkennung in die Kamera, AI Call Guard schützt vor Telefonbetrug.
Bei der Verbindungsausstattung gibt es USB-C, NFC, WLAN und Bluetooth in der jeweils aktuellsten Version. Der USB-Anschluss unterstützt USB 3.2 Gen 1 mit einer Übertragungsrate von bis zu 5 Gbit/s. Außerdem sind eine Videoausgabe über USB-C und ein Infrarotsender vorhanden. Eine klassische Kopfhörerbuchse gibt es nicht. Bei all dem Lob, der Preis des Smartphones ist gewaltig: Das Oppo Find X10 Pro Max kostet in Österreich regulär 1.799 Euro. Angeboten wird die Version mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher in Lunar White und Titanium Grey. Damit bewegt sich das Smartphone in einem Preisbereich, den man bisher fast ausschließlich von Falt-Smartphones kannte.
Zum Start und für Vorbesteller gibt es – teils zeitlich begrenzt – mehrere Aktionsangebote, etwa einen Vorbestellerbonus und ein Geschenksangebot mit Telekonverter-Set, Smartwatch Tablet oder Kopfhörern. Diese Angebote können den Endpreis um mehrere 100 Euro reduzieren, günstig wird es allerdings trotzdem nicht. Oppo bringt übrigens mit dem Oppo Find X10 (ohne Pro Max) ein weiteres Modell mit 12 GB RAM und wahlweise 256 oder 512 GB Speicher an, das bei 1.299 Euro und 1.499 Euro etwas weniger stark ausgestattet ist und zum Start auch mit Rabatten aufwartet. In beiden Fällen gilt: Für Nutzer, die vor allem Nachrichten lesen, soziale Medien verwenden und auch mal fotografieren, sind die Oppo-Flaggschiffe zu stark und teuer.
Das Oppo Find X10 Pro Max ist ein Smartphone für Menschen, die bei der Kamera keine halben Sachen machen wollen. Drei 200-Megapixel-Sensoren, hohe Videoauflösungen und die Möglichkeit, einen zusätzlichen Telekonverter zu verwenden, heben das Gerät aus der Masse gewöhnlicher Oberklasse-Handys heraus. Das große AMOLED-Display, der leistungsfähige Prozessor und der umfangreiche Speicher passen zum Anspruch eines Flaggschiffs. Die Kehrseite ist der Preis. 1.799 Euro sind viel Geld, selbst für ein Smartphone-Flaggschiff. Unterm Strich ist das Find X10 Pro Max ein ambitioniertes Gerät für Menschen, die viel fotografieren und filmen, ein großes Display schätzen und hohe Leistung erwarten.
Auch ist das Modell interessant, wenn man sich in die semiprofessionelle Fotografie vertiefen oder hineinschnuppern, aber nicht gleich in ein meist noch viel teureres Kompakt-, System- oder Spiegelreflex-Kameraset investieren will. Wenn genau diese Eigenschaften für dich wichtig sind, ist das Oppo Find X10 Pro Max eine hervorragende Wahl und der optionale Telekonverter die Kirsche auf der Torte. Wenn du dagegen vor allem ein zuverlässiges Handy für den Alltag mit brauchbarer Kamera und akzeptabler Leistung suchst, bekommst du die dafür nötigen Funktionen und Ausstattung auch bei um mindestens 1.000 Euro günstigeren Geräten. Soll es ein Oppo sein, ist da etwa die Reno-16-Serie interessant.