"Moralische Feiglinge"

Delegierte verlassen Saal – Netanjahus brisante Rede

Bei der UNO-Vollversammlung in New York hat der israelische Premier Benjamin Netanjahu für heftige Diskussionen gesorgt.
Newsdesk Heute
24.09.2026, 22:03
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Noch bevor der israelische Premier Benjamin Netanjahu überhaupt zu sprechen begann, haben zahlreiche Delegierte bei der UNO-Vollversammlung in New York den Saal verlassen. Andere wiederum spendeten ihm Applaus – die Stimmung war also ziemlich aufgeheizt. Laut "20 Minuten" hat Netanjahu auf den demonstrativen Auszug der Ländervertreter prompt reagiert. "Wenn es noch weitere moralische Feiglinge gibt, die diesen Saal noch nicht verlassen haben, dann tun Sie das bitte jetzt", sagte er wörtlich.

Auch außerhalb des UNO-Gebäudes protestierten viele Menschen gegen den israelischen Regierungschef. In seiner Rede rechtfertigte Netanjahu das militärische Vorgehen gegen den Iran. "Die Zerstörung der iranischen Atomanlagen war schwierig, es war ein sehr schwieriges Unterfangen, doch für mich war es eine der leichtesten Entscheidungen, die ich als Ministerpräsident je treffen musste – denn hätten wir es nicht getan, wären wir alle tot", so Netanjahu.

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"Ich habe mir geschworen, Irans mörderische Diktatur daran zu hindern, Atombomben zu entwickeln – Atomwaffen, die auf die Vernichtung Israels abzielen, Atomwaffen, die die ganze Welt bedrohen könnten", führte er weiter aus. "Genau das haben wir getan."

Scharfe Worte gegen New Yorks Bürgermeister

Auch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani bekam sein Fett ab. Netanjahu bezeichnete ihn als "antisemitischen Bürgermeister von New York" und warf ihm vor, Israel wiederholt fälschlicherweise einen Völkermord vorzuwerfen. Zusätzlich warf Netanjahu Mamdani vor, versucht zu haben, seinen Besuch in New York zu verhindern und ihn zum Schweigen bringen zu wollen.

"Nun, Sie können mich nicht zum Schweigen bringen. Sie können die Wahrheit nicht zum Schweigen bringen", betonte der israelische Regierungschef. Mamdani zählt in den USA zu den schärfsten Kritikern Netanjahus. Er wirft ihm Kriegsverbrechen vor und beschuldigt Israel, im Gazastreifen einen Völkermord an den Palästinensern zu begehen.

Auch Erdogan Ziel von Netanjahus Kritik

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde von Netanjahu als "Tyrann" bezeichnet. "Und nun ist die Türkei das neueste Land, das sich zu einem Superverbreiter antisemitischer Lügen entwickelt hat", erklärte er. Die internationale Kritik an israelischen Siedlern ließ Netanjahu ebenfalls nicht auf sich sitzen. Extremistische Siedler nannte er "junge Straftäter", denen die Medien seiner Meinung nach unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit schenken.

"Was die Medien berichten, ist eine Handvoll junger Straftäter", sagte Netanjahu und meinte, es gebe etwa 150 von ihnen, die "Steine werfen und Olivenbäume ausgraben". Zum Abschluss richtete Netanjahu noch scharfe Kritik an Frankreich und Großbritannien. Beide Länder kritisieren Israels Siedlungspolitik immer wieder. Netanjahu verwies auf deren eigene Kolonialgeschichte.

"Sie werfen Israel, dem winzigen Israel, Kolonialismus vor – welchen Kolonialismus denn?", rief Netanjahu vom UN-Podium. "Darunter sind auch Leute aus Großbritannien und Frankreich. Um Himmels willen, sie haben diesen Begriff erfunden", sagte er weiter und betonte, dass "ihre Siedlungen den gesamten Planeten bedecken".

red,24.09.2026, 22:03