Bei einem Treffen haben die Huthi US-Vertretern erklärt, dass sie keine Pläne hätten, amerikanische Schiffe anzugreifen. Außerdem wollen sie sich an den Waffenstillstand mit den USA aus dem Jahr 2025 halten. Die Miliz hatte zuvor öfter gedroht, Schiffe, die mit Saudi-Arabien in Verbindung stehen, in der Meerenge Bab al-Mandab anzugreifen.
Wie "ntv" berichtet, haben die mit dem Iran verbündeten Kämpfer in einer schnellen Offensive vergangene Woche die gesamte Westküste des Jemen eingenommen und strategisch wichtige Inseln besetzt. Damit haben sie praktisch die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Über diese Wasserstraße läuft der wichtigste Schiffsweg zwischen Europa und Asien.
Am Nachmittag tauchten in den sozialen Medien Videos auf, die zeigen sollen, wie bewaffnete Kämpfer im Jemen einen saudischen Kampfjet abschießen. Der Reuters-Korrespondent für nationale Sicherheit, Idrees Ali, schrieb dazu auf X: "Die Huthis verfügen offensichtlich über leistungsfähige Boden-Luft-Raketen, mit denen sie in den letzten Jahren eine Reihe von US-Militärdrohnen abgeschossen haben."
Ein Sprecher der Miliz erklärte, ein saudischer F-15-Kampfjet sei abgeschossen worden. Eine Bestätigung aus Riad gab es dazu vorerst nicht. Die Huthi werfen Saudi-Arabien vor, allein in dieser Woche mehr als 450 Luftangriffe im Jemen geflogen zu haben. Bei Angriffen mit F-15 und Eurofighter-Kampfjets seien auch Zivilisten verletzt oder getötet worden, genaue Zahlen nannte der Sprecher aber nicht.
Saudi-Arabien wiederum beschuldigte die jemenitische Miliz, einen Drohnenangriff auf die heilige Stadt Mekka verübt zu haben. Die jüngsten Entwicklungen auf der Arabischen Halbinsel sorgen für große Sorgen vor einer weiteren Eskalation, die den Welthandel massiv treffen könnte. Der UN-Sicherheitsrat hat deswegen bereits zum zweiten Mal eine Dringlichkeitssitzung zur Lage im Jemen abgehalten.
Laut Schätzungen der UNO mussten seit Monatsbeginn schon mehr als 125.000 Menschen vor dem Konflikt fliehen. Riad warf den Huthi im UN-Sicherheitsrat vor, mit der Kontrolle der Meerenge die internationale Gemeinschaft und die Weltwirtschaft als Geiseln nehmen zu wollen, und forderte eine entschlossene Antwort. China rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Die USA wiederum beschuldigen den Iran, die Huthi mit Geld und Waffen zu unterstützen und ihnen Anweisungen zu geben.
Beim Drohnenangriff auf die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien vorige Woche wurden laut Insidern zwei Pumpstationen beschädigt. Wann die Reparatur abgeschlossen ist, weiß derzeit niemand. Die vom Staatskonzern Saudi Aramco betriebene Pipeline ist 1.200 Kilometer lang, hat elf Pumpstationen und zwei Druckentlastungsstationen. Sie zieht sich quer über die Arabische Halbinsel und ist eine der Hauptrouten für Öl aus dem Nahen Osten, weil die Straße von Hormus wegen des Iran-Kriegs praktisch gesperrt ist.
Wegen des Angriffs, der laut saudiarabischen Angaben aus dem Irak kam, musste Saudi-Arabien die Pipeline am Freitag vorübergehend stilllegen. Wie schwer die Schäden sind und wie lange die Reparatur dauert, dazu macht die Regierung in Riad bislang keine Angaben.