Musik in den Fokus!

Der ESC ist zu woke, zu politisch aufgeladen geworden

Wenn am Dienstag in der Stadthalle das erste Semifinale über die Bühne geht, muss Israels Star Buh-Rufe fürchten. Beschämend. Ein "Heute"-Kommentar.
Clemens Oistric
12.05.2026, 05:05
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der türkise Teppich vor dem Rathaus ist ausgerollt, die Stadthalle auf Hochglanz poliert – Showtime für das erste Semifinale Dienstagabend. Glitzer, große Gefühle und Gemeinschaft statt Krise und Koalitionskrach. Genau das eigentlich, was wir in Zeiten wie diesen brauchen.

"Heute" – als größte Tageszeitung der Hauptstadt und stolzer nationaler Medienpartner – rückt den ESC täglich auf allen Plattformen – von Print über online bis hin zu Social Media – in den Fokus.

Für die einen mag es ein buntes Spektakel sein, das Alltagssorgen für einige Stunden vergessen lässt (gut so) oder eine riesige Party (noch besser). Für andere eine zu woke gewordene, politisch aufgeladene Veranstaltung. Auch nicht ganz falsch.

Zwei Gedanken dazu: Der Song Contest in jener Stadt, die sich seit Jahrzehnten durch Weltoffenheit auszeichnet, führt uns vor Augen: Hier kann man leben, wie man möchte. Lieben, wen man will. Sagen und singen, wonach einem der Sinn steht. Genau das unterscheidet uns übrigens von den düstersten Winkeln der Erde.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Angefeindet von den besonders Toleranten

Beschämend allerdings ist, dass der talentierte israelische Teilnehmer Noam Bettan schon mit Buh-Rufen proben muss; nur unter strengem Polizeischutz nach draußen gehen kann. Neben Ideologen angefeindet von jener Bubble, die sich sonst als besonders tolerant geriert. Wer den Anstand für sich gepachtet hat, muss offenbar nicht anständig sein.

Dabei kommt Österreich eine besondere historische Verantwortung zu. Das "Nie wieder" darf sich nicht bloß auf Sonntagsreden beschränken. Wie schön wäre es, wenn es ab Dienstagabend nur um eine künstlerische ESC-alation ginge – und was für ein Signal für die Welt!

{title && {title} } coi, {title && {title} } Akt. 12.05.2026, 06:25, 12.05.2026, 05:05
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen