EU prescht vor

Der Euro wird digital – jetzt geht alles ganz schnell

Die EU möchte am digitalen Währungsmarkt ganz vorne mitspielen. Gelingen soll das mit dem digitalen Euro – die Verhandlungen sind auf der Zielgeraden.
Nicolas Kubrak
09.09.2026, 14:14
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Noch im Juni hat der digitale Euro seine erste große Hürde genommen, schon bald dürfte er Realität werden. Aktuell arbeiten EU-Rat, das Europäische Parlament und die EU-Kommission an den rechtlichen Grundlagen.

Gesetzliches Zahlungsmittel

Laut der EU handelt es sich beim digitalen Euro um eine ergänzende, europäische Bezahlfunktion, die dem digitalen Zeitalter gerecht werden soll. Aktuell kontrollieren die USA mit Mastercard, Visa oder Paypal fast ausschließlich den Markt der bargeldlosen Zahlungen.

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Darüber hinaus soll der digitale Euro gesetzliches Zahlungsmittel werden; Geschäfte müssen ihn also grundsätzlich akzeptieren, mit wenigen Ausnahmen. Aktuell ringen Gesetzgeber darum, wie Gebühren zwischen den Marktteilnehmern verteilt werden, damit kleine Händler durch die neue Währung nicht benachteiligt werden.

Italien will Gebührenfreiheit bis 10 €

Um kleine und Kleinstunternehmen zu entlasten, hat die italienische Regierung vorgeschlagen, dass bei Zahlungen bis zu zehn Euro keine Gebühren anfallen. Mit der Initiative wolle man den Einsatz elektronischer Zahlungsmittel fördern und gleichzeitig verhindern, dass vor allem kleinere Unternehmen durch zusätzliche Kosten belastet werden, hieß es aus dem Finanzministerium in Rom.

Der Vorstoß knüpft an ein Protokoll an, das das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium (MEF) im Juni unterzeichnet hat. Darin geht es darum, die Kosten für Händler bei der Annahme elektronischer Zahlungen zu senken und zugleich transparenter und besser vergleichbar zu machen.

Pilotstart schon 2027

Schon bald wird sich zeigen, wie sich der digitale Euro in der Praxis schlägt. Am 4. September hat der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments eine weitere zentrale Hürde genommen. Die Abgeordneten stimmten für das Vorhaben, die Währung als offizielle Ergänzung zum bestehenden Bargeldsystem zu etablieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) plant bereits für die zweite Hälfte des Jahres 2027 ein umfassendes Pilotprojekt. 36 ausgewählte Zahlungsdienstleister sollen daran teilnehmen. Sollten die Testphasen positiv verlaufen, ist vorgesehen, dass der digitale Euro 2029 eingeführt wird.

nico,09.09.2026, 14:14