Ausreise noch diese Woche

Diplomaten-Eklat: Russland weist Österreicherin aus

Russland weist Österreichs Wirtschaftsdelegierte aus Moskau aus. Sie muss noch diese Woche ausreisen – dahinter steckt ein längerer Streit.
27.10.2026, 15:26
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Für Österreichs Vertretung in Russland gibt es den nächsten Rückschlag: Elisabeth Mindlberger, Wirtschaftsdelegierte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Moskau, muss das Land verlassen. Wie die "Presse" unter Berufung auf drei mit dem Fall vertraute Personen berichtet, soll ihre Abreise noch diese Woche erfolgen.

Die Wirtschaftskammer bestätigte am Dienstag auf Anfrage der "Presse", dass Mindlberger "aufgrund einer Entscheidung der russischen Behörden ihre Tätigkeit in Moskau aktuell nicht fortsetzen kann".

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Ausweisung schon vor Wochen beschlossen

Hinter dem Schritt steckt offenbar ein länger andauernder Streit zwischen Wien und Moskau. Laut einer mit dem Fall vertrauten Person wurde Mindlberger bereits vor mehr als zwei Wochen über die Entscheidung der russischen Behörden informiert.

Demnach hängt die Ausweisung mit Schwierigkeiten bei der Akkreditierung des russischen Handelsvertreters in Österreich zusammen. Mit der jüngsten Ausweisung russischer Diplomaten aus Wien soll die Entscheidung hingegen nichts zu tun haben.

Vier russische Diplomaten mussten Wien verlassen

Erst am vergangenen Freitag hatte Österreich vier russische Diplomaten wegen des Verdachts auf Spionage ausgewiesen. Moskau bezeichnete das Vorgehen als "weiteren unfreundlichen Schritt" und stellte Gegenmaßnahmen in Aussicht.

Welche Konsequenzen Russland daraus ziehen wird, ist noch offen. Sollte Moskau ebenfalls vier österreichische Diplomaten ausweisen, könnte das die heimischen Vertretungen erheblich treffen. Sowohl die Botschaft als auch die Handelsvertretung sind personell bereits stark ausgedünnt.

Streit um Visa sorgt für Probleme

Die Schwierigkeiten rund um Mindlbergers Einsatz in Russland reichen bis vor ihren Dienstantritt zurück. Die Wirtschaftsdelegierte ist erst seit dem vergangenen Jahr in Moskau tätig, musste davor allerdings zwölf Monate auf ihr Einreisevisum warten.

Grund dafür war ein Streit um den russischen Handelsdelegierten, dem Österreich ebenfalls ein Jahr lang die Einreise verweigert hatte.

Schließlich stellte Russland Mindlberger ein Visum aus, nachdem Österreich zugesagt hatte, auch dem russischen Vertreter die Einreise zu ermöglichen. Laut "Presse" wurde diese Zusage bis heute nicht umgesetzt.

Betreuung künftig von Wien aus

Für Mindlberger bedeutet die Entscheidung das vorläufige Ende ihrer Tätigkeit vor Ort in Moskau. Ihre Aufgaben gibt sie aber nicht vollständig ab: Österreichische Unternehmen, die weiterhin Geschäfte mit Russland betreiben, soll sie künftig von Wien aus betreuen.

red, 27.10.2026, 15:26
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