Innerhalb von Disney+ soll es künftig ausgewählte Filme und Serien geben, die ganz ohne Abo abrufbar sind. Das berichtet das US-Magazin Business Insider unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Personen. Produkt- und Technikchef Adam Smith habe entsprechende Überlegungen bei einer internen Firmenveranstaltung präsentiert.
Auslöser der Debatte ist laut Bericht der wachsende Erfolg frei nutzbarer Streaming-Dienste. Laut Zahlen des Marktforschers Nielsen entfielen im April 2026 bereits 18,7 Prozent der gesamten TV-Nutzungszeit in den USA auf die drei größten kostenlosen Streamer – ein Jahr zuvor waren es erst 16,8 Prozent, 2024 noch 12,7 Prozent.
Zu den größten Playern in diesem Segment zählen YouTube, Tubi und The Roku Channel. Der Sender Fox hat den Trend zuletzt besonders ernst genommen und laut Berichten rund 22 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Roku ausgegeben.
Wie genau der Gratisbereich aussehen könnte, ist laut Business Insider noch offen – ein Zeitplan wurde bei der internen Präsentation nicht genannt. Naheliegend ist aber, dass die kostenlosen Inhalte mit Werbeunterbrechungen ausgestrahlt werden, vermutlich mit deutlich mehr Werbung als im ohnehin schon werbefinanzierten Disney+-Abo. Über diese Werbeeinblendungen würde Disney Geld verdienen, ohne dass zusätzliche Abos nötig wären.
Ein Gratisbereich könnte Disney dabei helfen, Zuschauergruppen zu erreichen, die grundsätzlich kein Interesse an einem kostenpflichtigen Abo haben. Auch pausierte Abos ließen sich damit leichter reaktivieren – etwa, wenn ehemalige Kunden über kostenlose Inhalte wieder auf die Plattform aufmerksam werden.
Denkbar wäre auch, dass Disney einzelne erste Folgen neuer Serien gratis bereitstellt, um Interesse zu wecken – wer weiterschauen möchte, müsste dann ein Abo abschließen. Für aktive Abonnenten würde sich zunächst wenig ändern, außer Disney entscheidet sich, im Gratisbereich andere Inhalte zu zeigen als im bezahlten Angebot.
In Österreich kostet Disney+ aktuell 10,99 Euro (Standard) bzw. 15,99 Euro pro Monat (Premium). Beide Tarife sind werbefrei – ein separates, günstigeres Abo mit Werbung wie in Deutschland (dort 6,99 Euro) gibt es hierzulande bis jetzt nicht.