Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich nach seiner Kehlkopfentfernung im April zum ersten Mal öffentlich zu Wort gemeldet. Dank einer Prothese ist der Chef der SPÖ Burgenland wieder bei Stimme.
Das mühsame Luftholen, das ihm vor der Operation schon schwergefallen ist, bleibt ihm jetzt erspart. Die politischen Entwicklungen hat Doskozil ständig verfolgt – und sich dabei öfters geärgert.
Der Landeshauptmann erklärte bei einem Pressegespräch am Freitag, dass er sich wegen der Verknöcherung seines Kehlkopfs im April wieder in die Klinik begeben musste. Eigentlich hat er mit einer weiteren Operation gerechnet, aber dann stand plötzlich die komplette Entfernung des Kehlkopfs im Raum.
"Es war keine leichte Entscheidung, weil ich nicht wusste, was da auf mich zukommt", spricht Doskozil über den schweren Eingriff. Der Ausgang der OP war unklar, rund zwei Monate durfte er dann überhaupt nicht sprechen.
Inzwischen zieht Doskozil jedoch eine positive Bilanz – vor allem, weil seine massiven Atemprobleme nun Geschichte sind. "Ich bin sehr positiv überrascht, dass es in dieser Weise funktioniert, das ist eine neue Lebensqualität", freut sich der burgenländische Landeshauptmann. Er könne wieder frei atmen, leichter sprechen und sogar Sport treiben – für den Herbst bereitet sich Doskozil schon auf eine Radtour vor.
Der Landeshauptmann begann nach mehreren Wochen ohne Sprechen auch mit intensivem Sprachtraining. Trotz laufender Therapie könne er seine Termine aber bereits wieder ohne Einschränkungen wahrnehmen. Im September soll außerdem die derzeit noch benötigte Kanüle entfernt werden – der Fingerdruck beim Sprechen wird danach nicht mehr notwendig sein.
Die politischen Entwicklungen während seiner Auszeit hat Doskozil genau verfolgt. Vieles davon habe ihn "geärgert", vor allem die Gesundheitspolitik auf Bundesebene. Schließungen von Spitälern unter dem Deckmantel von Versorgungszentren werde das Burgenland nicht mittragen, stellte er klar.
Der Landeshauptmann betonte aber auch, dass solche politischen Herausforderungen ihn motivieren, wieder in den politischen Alltag einzusteigen: Schon im September will Doskozil bei der Fragestunde im Burgenländischen Landtag wieder regulär teilnehmen.
Zum Abschluss bedankte sich Doskozil bei allen, die ihn in den vergangenen Monaten unterstützt haben – besonders bei seiner Frau Julia, aber auch für die zahlreichen aufmunternden Nachrichten. Über den Sommer will er weiter an seiner Stimme arbeiten und kündigte an, sich bald wieder "mit ganzer Kraft" für das Burgenland einzusetzen.