Preiswahnsinn

Speiseeis 78 Prozent teurer in Österreich

Eis kostet in Österreich deutlich mehr als in Deutschland – ein foodwatch-Check zeigt Aufschläge von bis zu 78 Prozent bei beliebten Marken.
Heute Life
19.06.2026, 14:38
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Sommer, Sonne und ein kühles Eis – doch beim Zahlen an der Supermarktkassa in Österreich gibt's den nächsten Preis-Schock. Ein aktueller Eis-Check von foodwatch Österreich zeigt: Alle 20 untersuchten Eis-Produkte sind bei uns deutlich teurer als in Deutschland. Im Schnitt zahlst du rund 50 Prozent mehr für die gleiche Packung. Bei manchen Sorten liegt der Österreich-Aufschlag sogar bei satten 78 Prozent.

Magnum, Calippo und Viennetta

Besonders heftig ist der Unterschied bei Magnum Mini. In Wien kostet die Packung mit sechs Stück 7,99 Euro, in München hingegen nur 4,49 Euro. Das macht einen Preisaufschlag von 78 Prozent. Auch bei Calippo ist der Unterschied mit 70 Prozent enorm, bei Viennetta sind es 67 Prozent mehr. Insgesamt sind neun von zwanzig getesteten Produkten in Österreich mehr als 50 Prozent teurer als bei unseren deutschen Nachbarn.

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„Dieser Österreich-Aufschlag ist das Ergebnis eines unfairen Systems. Damit muss endlich Schluss sein“
Miriam Maurerfoodwatch Österreich

"Der Eis-Check zeigt einmal mehr: Konsument:innen in Österreich werden systematisch zur Kasse gebeten. Es geht hier nicht um ein paar Cent Unterschied, sondern um Preisaufschläge von bis zu 78 Prozent für dieselben Produkte, von denselben Konzernen", kritisiert Miriam Maurer von foodwatch Österreich.

Der foodwatch-Check macht deutlich, wie groß die Preisunterschiede bei beliebten Eisprodukten wirklich sind. Während du in Deutschland deutlich günstiger einkaufen kannst, zahlst du in Österreich für die gleichen Sorten kräftig drauf.

Laut foodwatch liegt das Problem nicht bei einzelnen Supermärkten, sondern an einem grundlegenden Fehler im europäischen Lebensmittelmarkt: den sogenannten territorialen Lieferbeschränkungen. Hersteller wie Unilever – Konzernmutter hinter Eskimo in Österreich und Langnese in Deutschland – oder Nestlé sorgen dafür, dass österreichische Händler ihre Produkte nicht einfach dort einkaufen können, wo sie günstiger wären, zum Beispiel in Deutschland.

Dadurch muss der Lebensmittelhandel in Österreich zu höheren Preisen einkaufen. Diese Mehrkosten werden direkt an dich weitergegeben. Der Österreich-Aufschlag ist also schon im System eingebaut und nicht erst an der Kassa zu spüren.

„Territoriale Lieferbeschränkungen zementieren künstliche Preisgrenzen mitten in Europa. Während Konzerne vom EU-Binnenmarkt profitieren, werden Konsumenten in Österreich vom günstigeren Einkauf abgeschnitten. Das ist unfair, intransparent und teuer“

Die Europäische Union diskutiert derzeit ein Verbot dieser territorialen Lieferbeschränkungen. Für foodwatch Österreich ist klar: Dieses Gesetz muss kommen – und zwar ohne Verwässerung durch die Konzernlobby. Ein Verbot wäre ein wichtiger Schritt gegen überhöhte Lebensmittelpreise in Österreich.

foodwatch Österreich ruft deshalb dazu auf, die Petition gegen diese Lieferbeschränkungen zu unterschreiben. Nur mit öffentlichem Druck kann verhindert werden, dass ein wirksames EU-Gesetz am Ende doch noch von der Lobby abgeschwächt oder blockiert wird.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.06.2026, 14:38
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