Jeder kann sich alles leisten

Elon Musk: "In zehn Jahren ist Geld bedeutungslos"

Der Milliardär zeichnet eine radikale Zukunftsvision. Grundtenor – KI und Roboter übernehmen fast alle Jobs, Arbeit wird optional, Geld bedeutungslos.
Team Wirtschaft
26.07.2026, 13:38
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Elon Musk blickt einmal mehr weit in die Zukunft – und zeichnet dabei ein ebenso faszinierendes wie düsteres Bild. In einem Interview mit dem britischen Magazin "The Economist" sagt der Tesla-, SpaceX- und xAI-Chef voraus, dass künstliche Intelligenz schon in wenigen Jahren die gesamte Menschheit intellektuell übertreffen werde. Nur zehn Jahre später könnten Roboter einen Wohlstand schaffen, in dem Geld praktisch keine Rolle mehr spiele.

"Die Menschen erkennen nicht, dass das, was ich sage, eintreten wird", sagt Musk. Er sehe sich wie die Figur Kassandra aus der griechischen Mythologie – jemand, der die Zukunft richtig vorhersagt, dem aber niemand glaubt.

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Arbeit wird zunehmend "optional"

Musk ist überzeugt, dass KI und Roboter schon in wenigen Jahren den Großteil aller geistigen und körperlichen Arbeiten übernehmen werden. Software werde von KI geschrieben, Fabriken weitgehend autonom produzieren, humanoide Roboter erledigten immer mehr Aufgaben. Arbeit werde für Menschen dadurch zunehmend "optional".

Das führe laut Musk zu einem nie dagewesenen Überfluss an Waren und Dienstleistungen. Weil Maschinen nahezu unbegrenzt produzieren könnten, würden Produkte immer günstiger. "Nicht Inflation, sondern Deflation wird das Problem sein", sagt der Tech-Milliardär.

Allgemeines hohes Einkommen für alle

Deshalb müsse sich auch das Wirtschaftssystem ändern. Regierungen sollten den Menschen künftig einfach Geld auszahlen – Musk spricht von "universal high income", also einem allgemeinen hohen Einkommen für alle. Er selbst hätte nach eigenen Worten "kein Problem damit, Billionen an Steuern zu zahlen", wenn das System entsprechend funktioniere.

Langfristig verliere Geld dadurch aber seinen heutigen Stellenwert. Wenn praktisch jeder alles bekomme, was er brauche, und Maschinen Güter und Dienstleistungen in nahezu unbegrenzter Menge produzierten, werde Geld "in zehn Jahren bedeutungslos", glaubt Musk.

KI-Unternehmen sollten sich gegenseitig kontrollieren

Trotz seines Optimismus warnt Musk auch vor den Gefahren immer leistungsfähigerer KI-Systeme. Er spricht sich für internationale Sicherheitskontrollen aus. Führende KI-Unternehmen – auch aus China – sollten ihre neuesten Modelle vor der Veröffentlichung gegenseitig überprüfen und mögliche Risiken den Regierungen melden. "Die Konkurrenten können sich gegenseitig kontrollieren."

Sogar eine Versöhnung mit OpenAI-Chef Sam Altman schließt Musk nicht aus. Die beiden liefern sich seit Jahren einen erbitterten Streit. "Wenn wir reden müssen, dann reden wir eben", sagt Musk. Für das Wohl der Welt müsse man persönliche Differenzen möglicherweise beiseitelegen.

China könnte USA überholen

Anders als viele Konkurrenten sieht Musk China im KI-Rennen sogar im Vorteil. Das Land verfüge über deutlich mehr Strom, produziere enorme Mengen an Robotern und werde nach seiner Einschätzung auch die US-Exportbeschränkungen bei Hochleistungschips überwinden.

"China ist näher an der Lösung des Lithografie-Problems, als die meisten glauben", sagt Musk. Deshalb hätten chinesische KI-Unternehmen "gute Chancen", irgendwann die Weltmarktführer zu werden.

"Ich habe mich hinreißen lassen"

Auch über seine politische Rolle spricht Musk ungewöhnlich offen. Er räumt ein, sich zu stark in die US-Politik eingemischt zu haben. "Ich habe mich ehrlich gesagt hinreißen lassen", sagt er rückblickend auf seine Unterstützung von Donald Trump und seine kurze Rolle beim Umbau der US-Bundesverwaltung.

An seinen umstrittenen Ansichten zur Weltpolitik hält Musk allerdings fest. Im Ukraine-Krieg plädiert er weiterhin für territoriale Zugeständnisse an Russland im Rahmen eines Friedensabkommens. Zudem verteidigt er europäische Rechtsparteien. Die Darstellung dieser Parteien in vielen Medien sei "falsch, irreführend und Unsinn".

Düstere Prognose für Großbritannien

Besonders düster fällt Musks Prognose für Großbritannien aus. Innerhalb der nächsten 20 Jahre drohe dort ein Bürgerkrieg. Grund sei aus seiner Sicht eine zunehmende Zuwanderung von Menschen mit Vorstellungen, die "westlichen Werten widersprechen".

Zum Schluss wird Musk noch philosophisch. Manchmal glaube er sogar an die Theorie, dass das Universum lediglich eine Computersimulation außerirdischer Wesen sei. "Die Dinge, die ich tue, sind so absurd, dass man kaum glauben kann, dass sie real sind."

{title && {title} } tmw, {title && {title} } Akt. 27.07.2026, 07:53, 26.07.2026, 13:38