13.500 Euro Geldstrafe und zwei Jahre ohne Führerschein: Ein 36-jähriger Autofahrer ist in Augsburg hart bestraft worden, weil er einen Notarztwagen auf einer Einsatzfahrt behindert haben soll, berichtet am Montagabend die "Bild". Laut Gericht fuhr er rund sechs Kilometer vor dem Einsatzfahrzeug und machte trotz Blaulicht und Sirene keinen Platz.
Der Vorfall ereignete sich auf der Bundesstraße B17 in Bayern. Ein Notarztwagen war mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, um zu einem Patienten zu gelangen. Während andere Verkehrsteilnehmer Platz machten, soll der 36-Jährige weiter vor dem Einsatzfahrzeug gefahren sein.
Laut Staatsanwaltschaft nutzte der Mann die Fahrt des Notarztes sogar bewusst aus, um selbst schneller voranzukommen. Über eine Strecke von rund sechs Kilometern soll er unmittelbar vor dem Einsatzfahrzeug geblieben sein. Die Einsatzkräfte hätten ihn mit Blaulicht und Sirene zum Freimachen der Fahrbahn aufgefordert, doch er habe nicht reagiert.
Die Folge soll eine Verzögerung von rund fünf Minuten gewesen sein. Erst dann erreichte der Rettungsdienst den Patienten. Ob die Verspätung gesundheitliche Folgen hatte und um welchen Notfall es konkret ging, ist nicht bekannt.
Das Amtsgericht Augsburg verurteilte den Mann wegen Nötigung und eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro. Zusätzlich wurde ihm der Führerschein entzogen. Einen neuen darf er frühestens nach zwei Jahren beantragen.
Dass der Richter auch den Tatbestand des verbotenen Kraftfahrzeugrennens als erfüllt ansah, begründete sich laut Bericht damit, dass der 36-Jährige deutlich zu schnell unterwegs gewesen sein soll. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Der Mann kann Rechtsmittel dagegen einlegen.
Der Fall zeigt, wie schwer die Behinderung von Einsatzfahrzeugen wiegen kann. Wenn Rettungskräfte mit Blaulicht und Sirene unterwegs sind, müssen Verkehrsteilnehmer ihnen Platz machen. Jede Verzögerung kann im Ernstfall entscheidend sein.