Verdacht sorgt für Debatte

Fledermäuse in Gefahr: Tierschutz spaltet jetzt die FPÖ

Der Streit um den Westring ist um eine Facette reicher: Es geht um Fledermäuse. Aus der FPÖ kommen zu den Tieren auffällig unterschiedliche Signale.
Oberösterreich Heute
10.12.2025, 05:00
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Seit Jahrzehnten wird dagegen protestiert – vergangene Woche wurde es ernst: Hunderte Bäume mussten im Linzer Bergschlößlpark dem Westring (A26) weichen. Aktivisten machten zuletzt Schlagzeilen, weil sie Bäume besetzten. Und plötzlich spielt ein kleines Nachttier eine große Rolle: die Fledermaus.

Kurz vor den Rodungen wurde Kritik von Naturschützern laut: Sie vermuten im Park nämlich die streng geschützte Alpenfledermaus (Hypsugo savii) – die Art wurde 2023 nur wenige hundert Meter entfernt im Botanischen Garten nachgewiesen. Die Rodungen könnten potenzielle Winterquartiere im Bergschlößlpark zerstören, so der Vorwurf. Sollten die Tiere dort wirklich vorkommen, könnten die Baumfällungen gegen EU-Recht verstoßen. Ein begründeter Verdacht reiche aus, um die Eingriffe auszusetzen.

Ärger um Polizeiaufgebot

Vergangene Woche rückten dann Dutzende Einsatzkräfte der Polizei aus, um die Rodungen zu sichern, "weil es Demonstranten gibt, die sich dagegen wehren", erklärte ein Sprecher gegenüber "Heute". Dass derart viele Beamte vor Ort waren, stieß FP-Sicherheitsstadtrat Michael Raml sauer auf: "Es ist schlicht unerträglich, dass ein grüner Fledermaus-Verdacht einen Großeinsatz der Polizei auslöst", erklärte er in einer Aussendung.

Ramls Kritik: Die Polizei werde von der "Kriminalitätsbekämpfung abgehalten", obwohl es keinen gesicherten Nachweis für die Alpenfledermaus im Park gebe. Aus seiner Sicht werde dadurch ein "längst vorbereitetes und rechtlich geprüftes Projekt" erneut verzögert.

Ob der Einsatz nicht ohnehin notwendig gewesen wäre, lässt sich nur vermuten. Die Aktivisten protestieren jedenfalls bereits seit Wochen gegen die Rodungen – schon vor Bekanntwerden des Fledermaus-Verdachts.

Bei Windrädern galt Vorsicht

Während Raml die Tierthematik für überzogen hält, hatte FPÖ-Chef und Naturschutzreferent Manfred Haimbuchner beim Thema Windkraft noch strikte Vorsicht eingemahnt: Der LH-Stv. warnte anhand von Studien, dass Windräder pro Jahr bis zu fünf Fledermäuse und mehrere Vögel töten könnten.

Es bestehe die Gefahr, dass gerade kleine oder bedrohte Populationen schon durch wenige Verluste unter Druck geraten, betonte er damals. Deshalb müsse der Naturschutz bei Energieprojekten "unbedingt mitgedacht" werden, so Haimbuchner. Sensible Lebensräume sollten möglichst ausgespart, Anlagen im Zweifel gar nicht gebaut werden.

Die Fledermaus hat übrigens schon mehrmals bei der FPÖ für Unmut gesorgt: Erst heuer kam es beim Bau der neuen Donaubrücke Mauthausen – in der Ressortzuständigkeit von Infrastrukturlandesrat Günter Steinkellner – wegen naturschutzrechtlicher Fragen zu Verzögerungen. Im Mittelpunkt standen damals der Mittelspecht – und eben das Flattertier.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.12.2025, 10:34, 10.12.2025, 05:00
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