Straße von Hormus

"Geisel des Konflikts" – Über 1.000 Schiffe sitzen fest

Trotz Waffenruhe sitzen noch immer 1.150 Schiffe im Persischen Golf fest. Experten warnen vor milliardenschweren Folgen für den Welthandel.
Newsdesk Heute
24.06.2026, 10:46
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Das Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs hat die Lage auf einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt bislang nicht normalisiert. Noch immer können rund 1.150 Schiffe den Persischen Golf nicht verlassen. Der geschätzte Wert von Schiffen und Ladung liegt laut Allianz bei rund 110 Milliarden Euro.

Selbst wenn sich die Situation weiter entspannt, dürfte es lange dauern, bis sich der Rückstau auflöst. Experten rechnen damit, dass die Abfertigung der festliegenden Schiffe noch Wochen in Anspruch nehmen könnte.

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"Schifffahrt ist Geisel des Konflikts"

Für die internationale Schifffahrt bleibt die Unsicherheit groß. "Die Schifffahrt ist eine Geisel dieses Konflikts", sagt Justus Heinrich, Schiffsversicherungsexperte bei Allianz Commercial.

Zusätzliche Sorgen löste die Ankündigung des Iran aus, die Straße von Hormus erneut blockieren zu wollen. Als Begründung wurde die aus iranischer Sicht mangelhafte Einhaltung der vereinbarten Waffenruhe im Südlibanon genannt.

Gefahr schwer einschätzbar

Nach Einschätzung von Heinrich ist die Gefahr für Besatzungen und Schiffe weiterhin schwer einzuschätzen. "Die Internationale Schifffahrtsorganisation und auch deutsche Reeder sagen, dass sie die Gefahr für Mannschaften und Schiffe noch nicht abschätzen können."

Besonders brisant ist die Bedeutung der Meerenge für den weltweiten Energiemarkt. Zwischen 20 und 25 Prozent des globalen Handels mit Öl und Flüssiggas werden über die Straße von Hormus abgewickelt. "Man kommt immer wieder an den Punkt, an dem der Iran das Heft des Handelns hinsichtlich der Situation für die Schifffahrt in der Hand hat", so Heinrich.

Der Experte verweist dabei auf die neu geschaffene iranische Verwaltungsbehörde für den Persischen Golf und die Straße von Hormus (PGSA). Diese soll künftig die Versicherung der gesamten Schifffahrt in der Meerenge kontrollieren beziehungsweise bestätigen.

Keine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb

Gleichzeitig könnten neue Regeln für zusätzliche Unsicherheit sorgen. "Die Route an der Küste des Omans gilt dabei nach jetzigem Stand als Verstoß gegen die Regeln des Iran, mit allen möglichen Konsequenzen" – diese Route war zuvor vom US-Militär empfohlen worden.

Von einer raschen Rückkehr zum Normalbetrieb geht Heinrich daher nicht aus. "Auch wenn sich die Verhältnisse normalisieren, würde es mit Sicherheit Wochen dauern, bis alle festsitzenden Schiffe die Straße von Hormus passiert haben", betont er.

Vor Angriffen: 140 Schiffe täglich

Wie groß die Auswirkungen sind, zeigen aktuelle Zahlen: Laut einem Bericht der BBC passierten seit dem 18. Juni – dem Tag nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens – lediglich 170 Schiffe die Meerenge. Vor den Angriffen der USA und Israels auf den Iran lag das Verkehrsaufkommen laut Allianz bei rund 140 Schiffen pro Tag.

Auch auf einer weiteren Schlüsselroute des Welthandels läuft der Schiffsverkehr weiterhin deutlich eingeschränkt. Das Rote Meer und der Suezkanal, die wichtigste Verbindung zwischen Ostasien und Europa, leiden nach wie vor unter den Folgen der Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz.

Viele Reedereien meiden die Region deshalb weiterhin und nehmen stattdessen den deutlich längeren Weg rund um Afrika in Kauf. Die Folgen sind laut Heinrich deutlich sichtbar: "Wir haben 80 Prozent weniger Schiffe, die den Suezkanal passieren."

{title && {title} } red, {title && {title} } 24.06.2026, 10:46
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