Ein Plakat mit einem Nikolaus, der in der einen Hand den Bischofsstab und in der anderen eine Pistole hält, sorgt im Innviertel für heftige Diskussionen. Anlass ist eine geplante Veranstaltung des Rieder Schützenvereins im Schießzentrum Innviertel in Hohenzell am 6. Dezember – dem "Nikolo Cup".
"Es gibt sieben Disziplinen, bei denen man auch ohne Waffenbesitzkarte teilnehmen kann", wird auf Facebook für die Veranstaltung geworben. Auf dem Plakat prominent mit dabei: Ein Nikolo mit Gewehr. "Geschmacklose Darstellung", kommentierte eine Userin unter dem Post.
Pfarrer Wolfgang Schnölzer von der Pfarre Ried sieht das genauso: "Das ist völlig unangebracht und empörend", sagt er den "OÖN". Einen Heiligen mit Waffe und Schießwettbewerb in Verbindung zu bringen, sei "schlicht ein Affront".
Er habe auch die Diözese informiert, nachdem ihn am Montagabend erste Beschwerden erreicht hatten. "Vor allem, wenn man bedenkt, dass täglich tausende Kinder in Kriegen sterben und auch erst vor wenigen Monaten in Österreich bei einem Amoklauf Kinder mit einer Schusswaffe ermordet worden sind", so der Pfarrer. Die Darstellung habe eine verstörende Wirkung auf Kinder.
Ganz anders sieht das Mario Stangel, Geschäftsführer des Schießzentrums Innviertel und Obmann des Rieder Schützenvereins im Gespräch mit der Zeitung. Er kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Es sei lediglich ein "Anlassfoto": "Nächstes Jahr fällt dieser Samstag auf den 5. Dezember, dann wird es eben ein Krampusschießen geben."
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der Schützenverein in der Kritik steht: Vor fast genau zwei Jahren veröffentlichte das Schießzentrum einen Werbefilm, in dem ein erst Zwölfjähriges Mädchen eine Pistole in der Hand hält.
Sogar der Österreichische Werberat sowie die Kinder- und Jugendhilfe des Landes hatten sich damals eingeschaltet. Auch in der Clip-Causa konnte Stangel die Aufregung im Gespräch mit "Heute" nicht nachvollziehen.