Bürgermeister beweist

Großer Irrtum – Spaghetti Bolognese gibt es gar nicht

Spaghetti Bolognese gilt weltweit als Inbegriff italienischer Küche. Doch ausgerechnet in Bologna sorgt das Gericht für Stirnrunzeln.
Heute Life
09.03.2026, 17:09
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Spaghetti Bolognese gehört für viele Menschen zu den Klassikern der italienischen Küche. In unzähligen Haushalten steht das Gericht regelmäßig auf dem Tisch: Spaghetti, dazu eine kräftige Tomaten-Fleischsoße – fertig ist das vermeintlich italienische Original. Doch ausgerechnet in der italienischen Stadt Bologna, deren Namen das Gericht trägt, sorgt es für Verwunderung.

Der ehemalige Bürgermeister von Bologna, Virginio Merola, bezeichnete das Gericht öffentlich als "Fake News". Mit einer Social-Media-Aktion sammelte er Bilder von "Spaghetti Bolognese" aus aller Welt, nur um am Ende zu beweisen, dass dieses Gericht in Bologna so gar nicht existiert.

Strenge Vorgaben für die Zubereitung

Was in Bologna tatsächlich serviert wird, heißt Tagliatelle al Ragù. Dabei handelt es sich nicht nur um andere Nudeln, sondern auch um eine andere Sauce mit kaum Tomaten. Und dieses echte Ragù ist sogar notariell geschützt und bei der Handelskammer Bologna hinterlegt.

Die Regeln der "Accademia Italiana della Cucina" für die traditionelle Zubereitung:

  • Kräuter: Knoblauch, Oregano und Basilikum sind komplett verboten. Erlaubt sind lediglich Salz, Pfeffer und ein Hauch Muskatnuss.
  • Tomate: Das Ragù ist eine Fleischsoße mit Tomatenhauch, keine Tomatensoße mit Faschiertem. Deshalb sollen auf 400 g Fleisch maximal 200 g Passata plus ein Esslöffel Tomatenmark kommen.
  • Milch: Vollmilch macht das Fleisch zart und bindet die Säure.
  • Kochzeit: mindestens zwei bis drei Stunden bei niedrigster Hitze.

International wird die Bolognese hingegen gerne nur knapp zwanzig Minuten mit einer halben Dose Tomaten und reichlich Oregano gekocht.

Tagliatelle al Ragù kommt mit wenigen Tomaten daher.
iStock Serhii Shleihel

Warum Spaghetti die falsche Wahl sind

Auch die Wahl der Pasta ist entscheidend. In Bologna wird Ragù niemals mit Spaghetti kombiniert. Die breite Oberfläche der Tagliatelle sorgt dafür, dass die dicke Fleischsoße besser haftet. Auf den glatten Spaghetti würde sie dagegen leicht abrutschen.

Trotzdem hat sich die Kombination aus Spaghetti und Fleischsoße international durchgesetzt. Historiker führen das unter anderem auf italienische Einwanderer zurück, die ihre Küche im Ausland anpassten. Statt frischer Eierpasta nutzten sie häufig günstigere getrocknete Spaghetti und eine üppige Tomatensoße, die für volle Bäuche sorgen sollte.

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