Michael Ditz ist Personalvertreter und Nachtdienstkommandant im größten Gefängnis Österreichs, der Haftanstalt Wien-Josefstadt. In einem Interview in der Sendung "Blickwechsel Spezial" (zu sehen am 07.07. auf ServusTV) spricht er über die schwierige Situation, mit der die österreichischen Gefängnisse derzeit zu kämpfen haben.
Die österreichischen Haftanstalten sind voll wie seit Jahrzehnten nicht: Bei mehr als 10 000 Häftlingen werden die Kapazitäten derzeit um durchschnittlich 8 Prozent überschritten. Die Folgen: Überfüllte Zellen, bis zu zehn Straftäter sind in kleinen Zimmern mit einer Toilette untergebracht. Die Situation führt laut Ditz zu Spannungen und gereizter Atmosphäre, nicht zuletzt zu schwierigen Arbeitsbedingungen für das Personal.
Den Hauptgrund für die Überbelegung sieht Ditz im hohen Ausländeranteil unter den Inhaftierten. Entgegen offiziellen Schätzungen von 53 Prozent spricht Ditz von einem inoffiziellen Ausländeranteil von 80-85 Prozent, sofern man Menschen einbeziehe, die mittlerweile über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügen.
Auf die Frage, welche Hauptmaßnahme er gegen die Überbelegung der Justizanstalten vorschlagen würde, antwortet Ditz im Interview deshalb: "Grenzen dicht." Illegale Migranten sollen in die erstaufnehmenden Drittstaaten zurückgewiesen werden. Ditz betont jedoch, dass das Asylrecht für Schutzsuchende weiterhin seine Berechtigung haben muss; die geltenden rechtlichen Bestimmungen sollen jedoch in jedem Fall eingehalten werden.
Auch die steigende Jugendkriminalität trägt ihren Teil zur Überbelegung der heimischen Haftanstalten bei. Das Problem verortet Ditz abermals bei der mangelnden Integration von Migranten, die sich in Bandenkriminalität und Gewaltbereitschaft äußert. "Jugendliche, die in Haft sitzen, sind zu 99 Prozent ausländischer Herkunft", beruft sich Ditz auf seine Erfahrungswerte im Berufsalltag. Folgen sind auch im Haftalltag kulturell und religiös bedingte Verständigungsprobleme.
Als Entlastungsmaßnahmen gegen die Überbelegung macht Ditz den Bau neuer Haftanstalten sowie die Verstärkung des Justizwache-Personals aus. Aber auch Abschreckung in Form härterer Strafen und strengerer Haftbedingungen sieht Ditz gerechtfertigt. Sein Argument: "In erster Linie gehört die Bevölkerung geschützt."
Von der zuletzt von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) in Aussicht gestellten vorzeitigen Entlassung von Häftlingen zur Entlastung der Gefängnisse hält der Justizwachebeamte wenig.